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Ein neuer Geist im alten Wirtshaus

16.05.2026 • 11:00 Uhr
Ein neuer Geist im alten Wirtshaus
Nadine Hörfarter und Koch Mario: ein eingespieltes Team, das mit viel Herz arbeitet.Alexandra Serra

Im “Zum guten Geist” treffen Gastfreundschaft und Bodenständigkeit aufeinander und schaffen einen Ort zum Wohlfühlen.

Wer das “Zum guten Geist” betritt, spürt sofort, dass hier mehr steckt als ein gewöhnliches Wirtshaus. Es ist ein Haus voller Energie, getragen von Menschen, die ihren Traum leben. “Unser Herzenstraum ist in Erfüllung gegangen”, sagt Betreiberin Nadine Hörfarter. Diese Haltung spürt man in den Räumen, in den Begegnungen und in allem, was hier entsteht.

Ein neuer Geist im alten Wirtshaus
Die Küche setzt auf Qualität und frische Zutaten.Alexandra Serra

Spaziergangsidee

Der Weg zum eigenen Lokal begann bei einem einfachen Spaziergang. Aus einer spontanen Idee wurde schnell ein gemeinsamer Plan. “Wir wollten etwas Eigenes aufbauen”, erzählt sie. Zusammen mit ihrem Verlobten und einem weiteren Geschäftspartner wagte sie schließlich den Schritt in die Selbstständigkeit. Als der frühere Name “Engel” nicht weitergeführt werden durfte, ergab sich der neue Name fast von selbst. “Wir drei sind die guten Geister hier”, sagt sie lachend.

Ganz neu war die Gastronomie für Hörfarter nicht. “Meine Familie kommt aus dem Bregenzerwald und in der Verwandtschaft gab es ein großes Gasthaus. Wir durften dort jahrelang mithelfen. Dort habe ich Blut geleckt.”

Innen trifft eine moderne Gestaltung auf warmes Holz. Die Atmosphäre soll einladend sein, ohne den Charakter des Hauses zu verlieren. Seit der Eröffnung im März zeigt sich, dass das Konzept aufgeht. Besonders berührt hat das Team ein Anruf eines Gastes, der sich ausdrücklich für die Herzlichkeit bedankte. “Er hat gesagt, dass bei uns alle so herzensgut sind. Das war das schönste Geschenk.”

Ein neuer Geist im alten Wirtshaus
Der Innenraum verbindet moderne Akzente mit gemütlicher Wirtshausatmosphäre.Alexandra Serra

Ein Haus, drei Betriebe

Der “gute Geist” ist nicht nur ein Wirtshaus, sondern auch ein kleines Hotel. Deshalb endet der Abend konsequent um 22 Uhr. “Wir müssen Rücksicht auf die Hotelgäste nehmen”, sagt Hörfarter.

Ein echtes Alleinstellungsmerkmal macht das Haus zusätzlich besonders: Es ist das erste Hotel in Vorarlberg, das Friseur, Gasthaus und Fremdenzimmer vereint. Die Betreiberin führt den Friseursalon selbst. “Ich habe immer Friseurgeschäfte gehabt.” Ihr Alltag ist entsprechend vielseitig. “Am Vormittag mache ich meine Kunden, am Nachmittag bin ich Kellnerin und am Abend helfe ich überall, wo ich gebraucht werde.”

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Der Gastgarten bietet an warmen Tagen viel Platz zum Genießen.Alexandra Serra

Regionale Küche mit Herz

Beim Essen setzt das Team auf Qualität und Regionalität. Eier kommen vom Martinshof, Nudeln und Vollkornprodukte von regionalen Produzenten, Obst und Gemüse in Bioqualität. Das Fleisch stammt von Lieferanten, die auch von Vorarlberger Spitzenköchen geschätzt werden. “Ein Menü um zwölf Euro geht sich mit guter Ware einfach nicht aus.”

Ein neuer Geist im alten Wirtshaus
Der Grillteller zählt zu den Klassikern im “Zum guten Geist”.Alexandra Serra

Die beliebtesten Gerichte sind der Grillteller, Tagliatelle Scampi und klassische Käsknöpfle. Die Karte ist bewusst breit gehalten. “Wenn Eltern gutbürgerlich essen wollen und die Kinder Pizza oder Spaghetti, sollen alle glücklich sein.” Auch vegane Wünsche werden erfüllt, oft spontan. “Ich wäre froh, wenn die Leute einfach sagen, was sie möchten. Zu neunzig Prozent können wir jeden Wunsch erfüllen.” Von Gemüsepizza bis Spaghetti mit Gemüse ist vieles möglich.

Saisonalität spielt ebenfalls eine große Rolle. Aktuell steht Spargel im Mittelpunkt, danach folgt Wild. Chefkoch Mario bringt Erfahrung aus der gehobenen Küche mit und bereitet vieles selbst zu, vom Pizzateig bis zu Dressings. Auf Wunsch können die Speisen bestellt, abgeholt oder nach Hause geliefert werden.

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Der Spargel hat im “Zum guten Geist” gerade Hochsaison.Alexandra Serra

Ein Ort für besondere Anlässe

Der “gute Geist” ist ein Ort, an dem Menschen in vielen verschiedenen Situationen zusammenkommen. Hier wird gegessen, gefeiert, getrauert und einfach zusammengekommen. Geburtstage, Familienfeste und kleine Jubiläen gehören ebenso dazu wie stille Abschiede. “Wir geben den Leuten Kraft und hören zu”, sagt Nadine Hörfarter, und genau das spürt man.

Das Publikum ist so vielfältig wie das Leben selbst. Ärztinnen, Politiker, Künstler wie Barbara Baldini oder George Nussbaumer, Stammgäste aus der Nachbarschaft und Menschen, die einfach einen ruhigen Ort suchen, sitzen hier oft Tür an Tür. Für Hörfarter macht gerade diese Mischung den besonderen Charakter des Hauses aus. “Du kannst nie in einen Menschen hineinschauen. Darum behandeln wir jeden gleich freundlich.”

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Auch verschiedene Kuchen stehen im “Zum guten Geist” zur Auswahl.Alexandra Serra

Was den guten Geist ausmacht

Für die Betreiberin ist es die Energie des Teams, die das Haus trägt. Sieben Mitarbeiter gehören inzwischen zum guten Geist, ein kleines und eingespieltes Team. “Wir sind ein Dreamteam, alle Herzensmenschen.” Trotz der vielen Arbeit beschreibt Hörfarter ihren Alltag nicht als Belastung. “Es ist eine positive Müdigkeit. Wenn du einen Herzenstraum hast und er sich verwirklicht, dann ist das keine Last und keine Arbeit.” Kleine Auszeiten helfen, die Energie für sieben Tage Betrieb pro Woche zu behalten.

Und die Zukunft? “Wir bleiben dran, geben weiter Gas und schauen, dass die gutbürgerliche Küche nicht verloren geht.”

Zum guten Geist

Adresse: Bregenzer Str. 5, 6922 Wolfurt

Telefonnummer: 0664/73571457

Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag von 10 bis 21.30 Uhr

Email: office@zumgutengeist.at