Einfuhrverbot der USA für kanadische Waren gilt

29.09.2026 • 06:48 Uhr

Im Zollstreit zwischen den USA und Kanada ist der von US-Präsident Donald Trump gesetzte Termin für neue Importverbote erreicht. Mehrere Dekrete Trumps vom 8. September sehen vor, dass von Dienstag an eine Reihe von Molkereiprodukten, alkoholischen Getränken und Motorrädern aus Kanada nicht mehr in die Vereinigten Staaten eingeführt werden dürfen. Es gehe dabei um einen Warenwert im einstelligen Milliarden-Dollar-Bereich, hatte es von einem hohen Regierungsvertreter geheißen.

Zollstreit eskaliert

Die angekündigten Einfuhrverbote sind eine weitere Eskalationsstufe im zähen Handelsstreit zwischen den beiden Nachbarn. Die USA hatten zunächst im August Zölle von 50 Prozent auf kanadische Waren im Wert von 27,6 Milliarden kanadischen Dollar verhängt. Kanada reagierte Anfang September mit Gegenzöllen von 15, 25 oder 50 Prozent auf US-Produkte im gleichen Gesamtwert. Noch am Tag des Inkrafttretens der kanadischen Maßnahmen ordnete Trump die nun anstehenden Einfuhrverbote an.

Trump begründet seine Zölle unter anderem damit, dass Kanada die Vereinigten Staaten seit Jahren “ausbeute”. Er behauptete, dass sein Land nicht auf den Handel mit dem Nachbarn angewiesen sei. Kanada ist laut US-Daten derzeit der zweitgrößte Handelspartner der USA. Am Montag stellte Trump stellte die Vermutung auf, die kanadische Regierung werde in drei bis vier Wochen einknicken und ein Abkommen wollen.

Der Handelsstreit hatte kurz nach Trumps Rückkehr ins Weiße Haus Anfang 2025 begonnen. Die USA verhängten Zölle auf kanadische Waren, Kanada reagierte mit Gegenzöllen. Seither folgten mehrere Eskalationsrunden. Wiederholte Verhandlungen haben bisher keine dauerhafte Einigung gebracht.