Ermittlungen in Linz wegen illegaler Pass-Vergabe
Die Staatsanwaltschaft Linz hat Ermittlungen wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs eingeleitet, weil beim Land Oberösterreich bei den Staatsbürgerschaften nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sein könnte. Konkret geht es um eine Mitarbeiterin, deren Dienstverhältnis inzwischen gelöst wurde. Sie wird verdächtigt, einen österreichischen Pass illegal ausgegeben zu haben. In drei weiteren Fällen der Sachbearbeiterin machte die rasche Bearbeitungszeit der Anträge stutzig.
Ursprünglich war nur von einem Verdachtsfall wegen Unregelmäßigkeiten die Rede, inzwischen habe das Land nach einer internen Revision drei weitere nachgemeldet, bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Linz einen Bericht in der “Kronen Zeitung” am Donnerstag. Die Anklagebehörde erteilte der Polizei den Auftrag für Ermittlungen.
Nachforschungen erbrachten Ungereimtheiten
Aufgekommen war die Causa durch Beamte des Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl. Sie wollten bei einem Tschetschenen einen Eintrag im Zentralen Fremdenregister ändern und hätten bemerkt, dass dem Mann inzwischen die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen worden sei, so die Sprecherin weiter. Das Land schickte eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft und leitete eine interne Überprüfung ein.
Jener Fall aus dem März 2026 dürfte nicht der einzige mit Auffälligkeiten sein, so das Ergebnis. Wie es aus dem Büro des für Staatsbürgerschaften zuständigen Landeshauptmannstellvertreter Manfred Haimbuchner (FPÖ) hieß, war bei drei weiteren Ausländern die Staatsbürgerschaft noch nicht verliehen worden. Vielmehr habe es sich um deren Anträge vom Mai, Juni und Dezember des Vorjahres gehandelt, deren Bearbeitung untypisch weit fortgeschritten gewesen sei. Daher kam der Verdacht auf, dass auch hier etwas nicht stimme. Auch dies zeigte das Land bei der Staatsanwaltschaft an.