Tod nach Polizeikontrolle in Mannheim: Obduktion

03.05.2022 • 17:30 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Nach dem Tod eines Mannes bei einer Polizeikontrolle in der Innenstadt von Mannheim sieht sich die Exekutive heftiger Kritik ausgesetzt. Ein 47-Jähriger war am Montag während einer Kontrolle durch zwei Polizisten zusammengebrochen und starb später im Krankenhaus. Er hatte sich gegen die Kontrolle gewehrt und war von den Beamten überwältigt worden. Was zu seinem Tod führte, ist bisher unklar. Eine Obduktion am Mittwoch soll Klarheit bringen.

Ein Sprecher des Landeskriminalamts Baden-Württemberg (LKA) sagte am Dienstag, der ganze Ablauf des Geschehens solle rekonstruiert werden. Mit ersten Ergebnissen der Obduktion werde am Ende der Woche gerechnet. Es sei ein “besonderer Fall”. Der 47-Jährige war in Behandlung im Zentralinstitut für seelische Gesundheit Mannheim (ZI) und verließ gegen Anraten des Arztes das ZI in Richtung Marktplatz, wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte.

Gegen die beiden beteiligten Polizisten wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt mit Todesfolge eingeleitet, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Im Internet kursieren Videos, auf denen Schläge eines Polizisten gegen den Kopf eines auf dem Boden liegenden Mannes zu sehen sind. Ob dieses Video echt ist oder überhaupt die fragliche Polizeikontrolle zeigt, ist nicht geklärt.

Nach Vorwürfen rassistisch motivierter Gewalt hatte das LKA am Montagabend betont, dass der Mann kein türkischer Staatsbürger sei. Solche Spekulationen hatte es zuvor gegeben. Laut Staatsanwaltschaft handelt es sich um einen Deutschen. Man habe Kenntnis von einem Video, sagte der LKA-Sprecher. Aus ihm dürften nicht voreilig Schlüsse gezogen werden. Es werde allen Vorwürfen nachgegangen. Vor allem im Internet, aber auch von Interessensvertretern und Politikern wurde der Einsatz heftig kritisiert.

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