Ermittlungsverfahren nach Explosion in Pyro-Firma in NÖ

24.08.2026 • 13:51 Uhr

Nach der Explosion in einem Pyrotechnik-Unternehmen in Winzendorf-Muthmannsdorf (Bezirk Wiener Neustadt) am Donnerstag wird dem Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung nachgegangen. Ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannte Täter läuft, teilte Erich Habitzl, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt, am Montag mit. Laut Polizei gilt eine chemische Reaktion in einem Abfallbehälter im Labor der Firma als Auslöser. Ein Sachverständiger soll dies final klären.

Welche Substanzen miteinander reagierten und wie es zur Explosion kommen konnte, war also Gegenstand von Untersuchungen. Der Vorfall hatte sich bei der Firma Astotec Pyrotechnic Solutions ereignet. An Ort und Stelle sind die Ermittlungen der Beamten beendet, sagte Polizeisprecher Johann Baumschlager am Montag zur APA.

45-jähriger Mitarbeiter schwer verletzt

Zur Werkshalle ausgerückt waren Donnerstagmittag mehr als 100 Mitglieder von 13 Feuerwehren, 28 Fahrzeuge wurden aufgeboten. Relativ rasch wurden die Flammen im Innen- und Außenangriff unter Kontrolle gebracht. Kurz vor 16.00 Uhr hieß es “Brand aus”. Ein 45-jähriger Mitarbeiter wurde schwer verletzt und per Notarzthubschrauber in das Wiener AKH geflogen. Der Mann “ist erfreulicherweise auf dem Weg der Besserung”, hieß es vom betroffenen Unternehmen am Montag.

Aufgetaucht sind indes Vorwürfe von Mitarbeitern, die u.a. einen früheren Vorfall im Werk der Astotec Pyrotechnic Solutions behandeln. Laut ORF Niederösterreich passierte dieser Arbeitsunfall am 29. Juni. Bei der Mischung eines technischen Satzes dürfte es damals zu einer chemischen Reaktion gekommen sein, berichtete das Landesstudio mit Berufung auf die Bezirkshauptmannschaft Wiener Neustadt. Die genaue Ursache sei noch nicht bekannt.

Unternehmen verweist auf strenge gesetzliche Sicherheitsauflagen

Medial kolportierte systemische Sicherheitsmängel wies indes Christopher Lill, Geschäftsführer von Astotec Pyrotechnic Solutions, auf APA-Anfrage zurück: “Wir stellen unter der konsequenten Einhaltung aller gesetzlichen und behördlichen Verpflichtungen sowie höchsten Sicherheits- und Qualitätsstandards sicherheitskritische Komponenten für die automobile Fahrzeugindustrie her, die weltweit zum Schutz von Menschenleben beitragen. Wir unterliegen aufgrund des Umgangs mit Gefahrenstoffen den strengsten gesetzlichen Sicherheitsauflagen”, hieß es.

Gemäß Gewerbeordnung werde das Unternehmen jährlich nach den Seveso-Richtlinien auditiert, zuletzt im November 2025 “mit erfolgreichem Ergebnis”, wie betont wurde. “Dabei werden unter anderem Sicherheitskonzepte, Sicherheitsberichte und das Sicherheitsmanagementsystem geprüft.” Verwiesen wurde zudem auf regelmäßige Notfallübungen mit Einsatzkräften und Behörden, zuletzt am 7. Mai. “Zusätzlich hatten wir heuer für sechs Monate eine Zusammenarbeit mit dem TÜV, der uns mit seinen Experten bei sicherheitsrelevanten Themen unterstützt hat.”

Im Zusammenhang mit der Explosion vom vergangenen Donnerstag arbeite Astotec Pyrotechnic Solutions intensiv mit Behörden und Experten zusammen, “um so rasch wie möglich belastbare Aussagen tätigen zu können”. Bisherige Erkenntnisse deuten auf einen “Sicherheits-Abfallbehälter” als Brandquelle hin. “Der weithin sichtbare Rauch entstand durch den Brand der Gebäudehülle und nicht etwa durch gefährliche Chemikalien. Es bestand keine Gefahr für die Anrainer”, teilte das Unternehmen mit. Die Höhe der Schadenssumme sei vorerst “schwer abschätzbar”.