Erneut Spekulationen um Wiener Eventhalle

16.09.2026 • 17:10 Uhr

Die geplante neue Multifunktionsarena im Wiener Stadtteil St. Marx sorgt erneut für Spekulationen. Gerüchte zufolge könnte es erneut zu Verzögerungen kommen. Die Halle hätte ursprünglich bereits 2024 eröffnet werden sollen. Noch liegt die entsprechende Fläche aber brach. Darüber hat sich kürzlich auch Sportstadtrat Peter Hacker (SPÖ) verwundert gezeigt. Der Projektbetreiber und das Büro von Finanzstadträtin Barbara Novak (SPÖ) verwiesen auf laufende Vorbereitungen.

Hackers Ressort selbst ist bei der Realisierung der Halle nicht federführend. Umgesetzt wird das Projekt von der Wien Holding – wodurch der Komplex auch unter “Wien-Holding-Arena” firmiert. Die Holding gehört zum Aufgabenbereich von Finanzstadträtin Novak. Trotzdem äußerte sich Hacker zuletzt am Rande einer Pressekonferenz auf APA-Anfrage skeptisch.

Verweis auf laufende Vorbereitungen

“Offensichtlich gibt es Schwierigkeiten, für den, der den Wettbewerb gewonnen hat, das Ding zu realisieren, sonst würden wir schon in eine Baugrube schauen.” Er sei nicht zuversichtlich, dass das in nächster Zeit realisiert werden könne. Laut “Kurier” könnte dem Projekt sogar das Aus drohen. CTS Eventim versicherte wiederum, dass die Vorbereitungen am Laufen seien. Die für die Umsetzung erforderlichen Planungen und Unterlagen seien bereits erarbeitet worden.

“Die Wien Holding-Arena befindet sich in der Projektvorbereitungsphase, die mit der gebotenen Sorgfalt und mit Blick auf Wiens Zukunft als Veranstaltungsstandort gestaltet wird”, hieß es am Mittwoch dazu aus dem Büro der Finanzstadträtin. Die Liegenschaft werde derzeit gesichert, bautechnisch geprüft und schrittweise in einen geordneten Zustand überführt. Entscheidend sei: “Dieses Projekt wird verantwortungsvoll verhandelt, solide vorbereitet und im Interesse der Stadt entwickelt.”

An sich ist geplant, dass das Gebäude 2030 eröffnet und über eine Kapazität von bis zu 20.000 Besucherinnen und Besuchern verfügen wird. Die Event-Arena soll Austragungsort für sämtliche Arten von Shows und Events werden, also etwa für große Rock- und Popkonzerte oder auch für Sportbewerbe und Messen. Das unbebaute Areal in St. Marx wurde zuletzt nur temporär benutzt. Ursprünglich war es Teil des dort einst befindlichen Schlachthofs.

Der bis dato letzte formelle Schritt ist im Vorjahr erfolgt, als der Gemeinderat die Finanzierung auf Schiene brachte. Insgesamt wurde ein Rahmen von rund 215 Mio. Euro gewährt. Die Gesamtkosten werden sich laut Projektbetreiber auf rund 500 Mio. Euro belaufen. CTS Eventim war zum Zug gekommen, nachdem das Verwaltungsgericht Wien einen ursprünglichen Zuschlag an eine andere Firma für nichtig erklärt hatte.

Kritik der Opposition

Die Opposition übte heute postwendend Kritik. Die Arena sei das nächste Großprojekt, das im Chaos versinke, konstatierte Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp. Für den Wiener ÖVP-Chef Markus Figl ist es wiederum “geradezu schamlos”, wie sorglos seitens der SPÖ und der NEOS mit dem Geld der Steuerzahler umgegangen wird. Der grüne Klubchef Georg Prack forderte überhaupt, die Reißleine zu ziehen und das Projekt zu stoppen.