Erste Anklage in Causa Marchtrenk in Vorbereitung

Nach einem tödlichen Missbrauchsfall in Marchtrenk (Bezirk Wels-Land) ist die erste Anklage in Vorbereitung. Sie richtet sich allerdings nicht gegen den Ehemann des Opfers, der für den Tod der 40-Jährigen verantwortlich sein soll, sondern gegen einen Bekannten von ihm, der die schwer alkoholisierte Frau zweimal missbraucht haben soll. Wie die “Oberösterreichischen Nachrichten” am Freitag berichteten, liege der Abschlussbericht der Polizei vor.
Es werde nun Anklage wegen sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen Person erhoben, bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wels gegenüber der APA. Spätestens Ende nächster Woche soll die Anklageschrift beim Gericht einlangen. Der 51-Jährige, der in Untersuchungshaft sitzt, ist zu den Vorwürfen geständig. Der Strafrahmen für das ihm zur Last gelegte Delikt liegt zwischen fünf und 15 Jahren.
Ermittlungen gegen Ehemann laufen noch
Im Fall des gleichaltrigen Ehemanns laufen die Ermittlungen noch. Hier wiegen die Vorwürfe noch viel schwerer: Ihm wird zur Last gelegt, seine Frau bei einer Missbrauchshandlung getötet zu haben. Gegen ihn wird wegen Missbrauchs einer wehrlosen oder beeinträchtigten Person mit Todesfolge ermittelt. Dieser Tatbestand hat den gleichen Strafrahmen wie Mord – zehn bis 20 Jahre oder lebenslang.
Im Raum steht auch die Frage, ob der Haupttäter seine Frau gegen Geld weiteren Männern zum Missbrauch angeboten haben könnte. Auch dazu laufen noch Ermittlungen. Zum jetzigen Zeitpunkt würden sich laut Staatsanwaltschaft aber noch keine Hinweise auf ein Vergewaltigungsnetzwerk aus dem Akt ergeben.
Das 40-jährige Opfer war am 26. Juni mit stark blutenden Wunden in seinem Wohnhaus in Marchtrenk aufgefunden worden. Die Rettung konnte nur noch den Tod der Frau feststellen. Aufgrund der Verletzungen wurde eine Obduktion angeordnet, die das ganze Ausmaß zutage brachte.
(S E R V I C E – In Österreich finden Frauen, die Gewalt erleben, u. a. Hilfe und Informationen bei der Frauen-Helpline unter: 0800-222-555, ; beim Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) unter sowie beim Frauenhaus-Notruf unter 057722 und den Österreichischen Gewaltschutzzentren: 0800/700-217; Polizei-Notruf: 133 sowie in Oberösterreich beim Autonomen Frauenzentrum – Frauennotruf OÖ unter 0732/602200)