Etwas weniger Firmeninsolvenzen im ersten Halbjahr

Die Zahl der Firmeninsolvenzen dürfte heuer im ersten Halbjahr sinken. Laut einer Hochrechnung des Kreditschutzverbands KSV1870 werden rund 3.400 Unternehmenspleiten erwartet, das wäre ein Rückgang um 2,6 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025. Vor allem im Handel, im Baugewerbe und in der Gastronomie ist die Zahl der Insolvenzen nach wie vor hoch. Der KSV erwartet für das Gesamtjahr ähnlich viele Pleiten wie im Vorjahr mit 6.800, wie der KSV am Mittwoch bekanntgab.
“Für die kommenden Monate rechnen wir als KSV1870 mit einer ähnlichen Entwicklung wie zuletzt. Historisch betrachtet verlangsamt sich die Insolvenzdynamik im dritten Quartal regelmäßig, was auch auf die Ferien- und Urlaubszeit zurückzuführen ist. Ob das auch im heurigen Jahr der Fall sein wird, bleibt abzuwarten”, erklärte der Leiter der Insolvenzabteilung im KSV, Karl-Heinz Götze.
Rückgang bei der Höhe der Schulden
Die Hochrechnung des Gläubigerschutzverbands zeigt einen Rückgang bei der Höhe der Schulden. Die Passiva sanken um 4,2 Prozent auf insgesamt 4,2 Mrd. Euro. Die Gründe dafür liegen laut KSV in erster Linie in einer deutlich geringeren Anzahl an Insolvenzfällen mit Passiva über 50 Mio. Euro. Während es im ersten Halbjahr des Vorjahres 14 Fälle dieser Größenordnung gab, sind es heuer erst sechs solche Verfahren.
Die bis dato größte Unternehmensinsolvenz des heurigen Jahres betrifft die von René Benko mitgegründete Laura Privatstiftung mit Passiva von rund 1,7 Mrd. Euro.