Evakuierung bei Brand im Föhrenwald im Bezirk Neunkirchen

14.08.2026 • 17:43 Uhr

Im Föhrenwald in St. Egyden am Steinfeld (Bezirk Neunkirchen) ist am Freitag erneut ein Brand ausgebrochen. Es wurde die höchste Alarmstufe (B4) ausgelöst. Rund 700 Feuerwehrmitglieder rückten aus, auch sieben Hubschrauber standen im Einsatz. Die Flammen breiteten sich in Richtung von Häusern in der Katastralgemeinde Neusiedl am Steinfeld aus. Eine Siedlung mit rund 150 Personen wurde laut Feuerwehr evakuiert. Für Betroffene wurden Feldbetten zum Übernachten aufgestellt.

Bewohner der Bahnstraße und Waldstrandsiedlung sowie in der Oberen und Unteren Waldgasse wurden evakuiert. Auch ein Gasthaus in dem betroffenen Gebiet musste schließen. Straßen in der Umgebung wurden gesperrt.

Die Gemeinde habe den Krisenstab einberufen, berichtete Vizebürgermeister Johannes Tinhof (SPÖ). “Für Betroffene werden Feldbetten aufgestellt”, teilte er der APA mit. Als Notquartier fungiere das Gemeindeamt, bei Bedarf sollen weitere Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen werden. Viele Betroffene kamen indes bei Angehörigen oder Freunden unter.

Rauchsäule kilometerweit zu sehen

Eine Rauchsäule war kilometerweit erkennbar und sogar von der Stadt Baden gut sichtbar, berichtete das Bezirkskommando Baden. Wind erschwerte die Löscharbeiten. 84 Feuerwehren, der Flugdienst und der Sonderdienst Waldbrand sowie drei Katastrophenhilfsdienst-Züge waren im Einsatz. Vier Hubschrauber des Innenministeriums, zwei von privaten Firmen und ein Black Hawk des Bundesheeres unterstützten bei der Bekämpfung der Flammen in schwer zugänglichen Bereichen. “Die Einsatzkräfte arbeiten weiterhin mit Hochdruck an der Eindämmung des Brandes”, teilte das Bezirkskommando mit.

Der ausgedehnte Wald- und Flurbrand war in den Mittagsstunden ausgebrochen. Betroffen sei ein anderes Gebiet als beim Feuer in der Vorwoche, teilte Klaus Stebal vom Landeskommando mit. Das Ausmaß des Brandes und die Ursache standen vorerst nicht fest, berichtete das Bezirkskommando. Das Rote Kreuz war mit 44 Mitarbeitenden, darunter Spezialisten für Krisenintervention, und 21 Fahrzeugen im Einsatz, berichtete Sprecherin Sonja Kellner der APA. Ebenso war der Arbeiter-Samariter-Bund an Ort und Stelle.

“Meine Gedanken sind heute bei allen, die in St. Egyden gegen die Flammen kämpfen, und bei den Menschen, die um ihr Zuhause bangen”, teilte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) mit. Sie bedankte sich ebenso wie ihre Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) und Udo Landbauer (FPÖ) in Facebook-Postings bei den Einsatzkräften.

Erst in der Vorwoche rund 100 Hektar großer Waldbrand

Erst vergangene Woche hatte sich ein Feuer im Föhrenwald auf rund 100 Hektar ausgedehnt. Die Flammen waren in der Vorwoche am Mittwochnachmittag ausgebrochen, es dauerte bis Sonntagabend, ehe “Brand aus” gegeben wurde. Hunderte Feuerwehrleute standen im Einsatz. Verursacht worden sein soll der Brand nach Ermittlungen der Polizei durch Phosphor in Munitionsteilen einer Ende des Zweiten Weltkrieges gesprengten Fabrik. Das Feuer zählt zu den größten in Niederösterreich in den vergangenen Jahren.