Externer Sicherheitsexperte nach MAK-Coup beauftragt

31.08.2026 • 12:32 Uhr
Externer Sicherheitsexperte nach MAK-Coup beauftragt

Die Vorkommnisse nach dem millionenschweren Coup im Wiener Museum für angewandte Kunst (MAK) in der Innenstadt werden von einem externen Sicherheitsexperten aufgearbeitet. Wie das Museum am Montag in einem Mail der APA bekannt gab, sei diese unabhängige Untersuchung “Teil des Krisenmanagements”. Auch die Besucherin, die am Wochenende Medien gegenüber Kritik am Sicherheitssystem geäußert hatte, werde dazu befragt.

Die Frau sei eingeladen worden, “uns ihre Wahrnehmungen in einem persönlichen Gespräch darzulegen und in die weitere Aufarbeitung einzubringen”, erklärte das MAK. Die Besucherin, die die dumpfen Schläge gegen die Vitrine mit einem Hammer mitbekommen hatte, war erstaunt darüber, dass kein lauter Alarm erfolgt sei. Auch wären keine Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter des Museums währenddessen zu sehen gewesen. Erst nach geraumer Zeit wären die Besucherinnen und Besucher aus den Räumlichkeiten gebeten worden.

Keine Details über Sicherheitskonzept

“Dass kein akustischer Alarm zu hören war, bedeutet nicht, dass keine Alarmierung erfolgt ist. Die Polizei wurde sofort verständigt”, betonte das MAK in dem Mail. Nach Informationen der APA hat ein Museumsmitarbeiter bei der Notfallnummer der Polizei 133 angerufen und die Vorfälle geschildert. Auch die konkreten Sicherheits- und Alarmierungsabläufe wollte das Museum weiterhin “mit Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen und auch aus Sicherheitsgründen nicht offenlegen”. Fraglich ist nämlich, wie die Vitrine zerstört werden konnte, wenn auch in die Wände integrierte Panzerglas-Sicherheitsvitrinen zum Einsatz gekommen waren.

Generaldirektorin des MAK, Lilli Hollein, hatte gegenüber der APA auf höchste Sicherheitsstandards verwiesen. “Die Aussage von Generaldirektorin Lilli Hollein, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besonnen und richtig reagiert hätten, bezog sich insbesondere darauf, dass eine unmittelbare Konfrontation mit dem bewaffneten Täter vermieden wurde und niemand verletzt worden ist. Sie war nicht als abschließende Bewertung sämtlicher Abläufe während und nach dem Vorfall gemeint”, so das MAK. Nach dem Coup müssen die Besucherinnen und Besucher durch einen Metalldetektor gehen, große Taschen oder Rucksäcke müssen draußen bleiben.

LKA und BK fahnden weiter nach den Tätern und dem Schmuck

Die Fahndung nach den beiden Tatverdächtigen lief weiterhin auf Hochtouren. Die Polizei wollte sich über ihre Ermittlungsschritte nicht in die Karten schauen lassen. Konkrete Fragen wurden nicht beantwortet. “Es laufen intensive Ermittlungen des Landeskriminalamtes (LKA) Wien in Zusammenarbeit mit der Kulturgutfahndung des Bundeskriminalamtes”, hieß es auf Anfrage der APA. Umfangreiche Spuren seien gesichert worden. Ob die Männer Handschuhe trugen, war unklar. “Die Ermittler stehen auch mit anderen europäischen Polizeibehörden im Austausch, die Fahndungsmaßnahmen laufen national und international. Das LKA Wien setzt alles daran, die zwei unbekannten Täter schnellstmöglich auszuforschen und das Diebesgut sicherzustellen.”

Die beiden mutmaßlichen Täter hatten sich Besuchertickets gekauft und waren am Donnerstag mit einer Pistole und einem Hammer ins Museum gekommen. Sie schlugen die Vitrine ein, nahmen das millionenschwere Diamantencollier des französischen Nobeljuweliers Van Cleef & Arpels an sich, drohten mit der Waffe und machten sich aus dem Staub. Ihre Spur verliert sich im Stadtpark.