EZB mahnt Banken wegen Ukraine-Kriegs zur Vorsicht

18.05.2022 • 12:30 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Angesichts eingetrübter Konjunkturaussichten im Zuge des anhaltenden Ukraine-Konflikts mahnt die EZB die Banken zur Umsicht. Der oberste Bankenaufseher der Europäischen Zentralbank (EZB), Andrea Enria, sagte der italienischen Zeitung “Repubblica” am Mittwoch, die Geldhäuser seien aufgerufen worden, ihre Erwartungen auf den Prüfstand zu stellen.

Dies gelte auch mit Blick darauf, über wie viel Kapital sie voraussichtlich künftig verfügten. Angesichts der veränderten gesamtwirtschaftlichen Entwicklung seien dabei auch ungünstige Szenarien zu berücksichtigen, so Enria.

Wie aus Unterlagen für eine Präsentation bei der italienischen Bankenlobby hervorgeht, rechnet Enria damit, dass höhere Energie- und Rohstoffpreise die Inflation antreiben und das Wachstum drücken. Dies überschatte die Aussichten der Banken auf höhere Margen bei steigenden Zinsen.

EZB-Ratsmitglied Olli Rehn sprach sich unterdessen dafür aus, dass die Notenbank “relativ” rasch die Zone negativer Zinsen verlassen solle. Viele seiner Kollegen im EZB-Rat seien auch dieser Meinung, sagte der finnische Notenbankchef bei einem Seminar in Helsinki.

Zurzeit müssen Banken Strafzinsen zahlen, wenn sie überschüssige Gelder bei der EZB parken. Dieser sogenannte Einlagesatz liegt aktuell bei minus 0,5 Prozent. Bundesbank-Chef Joachim Nagel und weitere Währungshüter haben bereits eine Zinswende für Juli ins Auge gefasst. 90 Prozent der von Reuters befragten Volkswirte gehen davon aus, dass der Einlagesatz Ende des Jahres bei null oder höher liegen wird.

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