Finanzbildung soll stärker auf Betrugsprävention fokussieren

25.09.2026 • 12:10 Uhr
Finanzbildung soll stärker auf Betrugsprävention fokussieren

Die seit 2021 laufende Nationale Finanzbildungsstrategie (NFBS) erreicht zwar immer mehr Menschen in Österreich, hat aber noch Ausbaupotenzial. Nur wenige der implementierten Maßnahmen adressieren die Themen Digitalisierung oder Betrugsprävention, im Alltag der Menschen haben diese Themen aber hohe Relevanz. In der neuen Strategie ab 2027 sollen diese Themen stärker verankert werden, geht aus dem Monitoringbericht für 2025 der NFBS am Freitag hervor.

2025 gab es laut dem Bericht, der von der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), dem Finanzministerium (BMF) und dem Management Center Innsbruck (MCI) verfasst wurde, 195 aktive Maßnahmen zur Finanzbildung. Das ist ein Plus von rund 30 Prozent zum Jahr davor. Mit diesen wurden über 155.000 Menschen direkt – also über Face-to-Face-Angebote (F2F) wie Workshops, Fortbildungen oder Vorträge – erreicht. Auf die digitalen Angebote wurde rund 550.000 Mal zugegriffen.

Nur jeweils 7 von den 195 Maßnahmen befassen sich mit den Themen “Täuschung und Betrug” sowie “Regulierung und Verbraucherschutz”. “Gerade diese Themen gewinnen angesichts neuer digitaler Geschäftsmodelle sowie KI-gestützter Betrugsformen an besonderer Bedeutung”, heißt es in dem Bericht. Das Angebot der NFBS sei hier aber noch nicht ausreichend. “Aufgrund ihrer strategischen Relevanz gilt es, Schritte zu setzen, um diese inhaltliche Lücke nachhaltig zu schließen.”

Aufholbedarf bei Digitalisierung und erwachsenen Zielgruppen

Auch Maßnahmen rund um digitale Finanzkompetenzen sollen noch stärker Einzug in die Strategie finden. Bisher wird Digitalisierung in 41 Maßnahmen als ein übergreifender Schwerpunkt berücksichtigt und bleibt damit hinter anderen Themen wie Nachhaltigkeit (116 Maßnahmen) oder Geschlechter-Gleichstellung (78) zurück. Im Rahmen des Zuwachses an Maßnahmen ist der Anteil derer, die Digitalisierung als übergreifende Priorität berücksichtigen, laut dem Bericht sogar von 23,5 auf 21,0 Prozent gesunken. “Vor diesem Hintergrund erscheint es wichtig, digitale Finanzkompetenz im Rahmen der NFBS verstärkt in bestehende Finanzbildungsangebote zu integrieren und gleichzeitig eigenständige Maßnahmen in diesem Bereich zu fördern”, schreiben die Autoren.

Die Maßnahmen fokussieren zu einem großen Teil auf Jüngere. Im Vorjahr kamen 22 Maßnahmen für Schülerinnen und Schüler und 11 Maßnahmen für Jugendliche dazu. Dagegen werden nur wenig Erwachsene direkt erreicht: Unter den mit dem F2F-Angebot erreichten Personen waren nur 6,1 Prozent Erwachsene. Deutlich stärker ist die Reichweite hingegen beim digitalen Angebot, hier entfallen 50,3 Prozent aller Website-Zugriffe und 60,3 Prozent aller Downloads von Online-Materialien auf Erwachsene.

Positiv hat sich indessen die regionale Abdeckung der Finanzbildungsmaßnahmen entwickelt. 82,2 Prozent aller F2F-Maßnahmen sind laut dem Bericht mittlerweile sowohl im urbanen als auch im ländlichen Raum verfügbar, vor allem in den westlichen und südlichen Bundesländern hat sich das Angebot verbreitert.