Frauenstreik vor dem Parlament gegen Ungleichheiten

Vor dem Parlament in Wien findet am Samstagnachmittag eine Protestaktion gegen Lohn- und Pensionsungerechtigkeit und ungleich verteilte Care-Arbeit statt. Beim “FRAUEN*Streik” – eine laut den Organisatorinnen feministische Intervention für Geschlechtergerechtigkeit – wird symbolisch die Arbeit niedergelegt. Treffpunkt ist um 17.00 Uhr, dann wollen sich die Frauen auf roten Decken und Polstern gemeinsam dem “Nichtstun” widmen.
“Wenn Frauen Pause machen, die Arbeit niederlegen, dann steht die Gesellschaft in Österreich still”, sagte Klaudia Frieben, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings (ÖFR) bereits im Vorfeld des Aktionstages. Gemeinsam mit der Medienkünstlerin Julia “starsky” Zdarsky stellte sie vor gut einer Woche das von einer Vielzahl zivilgesellschaftlicher Organisationen unterstützte Vorhaben vor ().
Die Frauen verweisen auf einen erfolgreichen historischen Streik in Island, der sich am 24. Oktober zum 51. Mal jährt. “Wir streiken ab jetzt so lange, bis entweder alle unsere Forderungen erfüllt sind oder wir leider das ganze Land lahmlegen müssen”, sagte Zdarsky dazu vor dem Event. Bei einem ersten Streik im Vorjahr waren 2.500 bis 3.000 Menschen vor das Parlament gekommen. Für diesen Samstag wünschten sich die Organisatorinnen 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Ungleichgewicht als Thema
Thematisch geht es um ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben, gleichen Lohn für gleiche Arbeit, Kritik am Ungleichgewicht bei Care-Arbeit und Pensionen oder auch die Forderung nach gesetzlichen Quoten für Politik und Wirtschaft. Ziel sei “die Hälfte der Macht in Frauenhände”, betonte Frieben im Vorfeld. Auch wurde darauf verwiesen, dass kaum ein Mann in Karenz gehe und nach wie vor große Einkommens- und noch schlimmere Pensionsunterschiede bestünden. Die Forderungen lägen seit den beiden Frauenvolksbegehren auf dem Tisch.