Gamon als Vorarlberger NEOS-Landessprecherin wiedergewählt

07.11.2026 • 14:57 Uhr

Claudia Gamon ist am Samstagvormittag in ihrer Funktion als Landessprecherin der NEOS Vorarlberg bestätigt worden. Die 37-Jährige wurde bei einer NEOS-Mitgliederversammlung in Lauterach (Bezirk Bregenz) mit einer Zustimmung von 92,68 Prozent wiedergewählt, 41 Mitglieder hatten ihre Stimme abgegeben. “Ich bewerbe mich zum zweiten Mal, weil ich weiß, dass ich die Beste dafür bin und das gut kann”, sagte Gamon. Nach ihrer Wahl erhielt sie großen Applaus.

Gamon richtete in ihrer Ansprache nach ihrer Wiederwahl ihren Blick bereits auf die nächste Landtagswahl im Herbst 2029 und kritisierte die ÖVP scharf, unter anderem für die gescheiterte “Marke Vorarlberg”. Das Land sei politisch “kopflos” und ohne Führung unterwegs, “das ist unser großes Problem”, stellte sie fest. Es sei “irre”, wie Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) mit seiner satten Mehrheit umgehe, nämlich gar nicht. “Worauf wartet er?”, fragte sie.

Vorarlberg “pleite wie noch nie”

Mit der aktuellen schwarz-blauen Landesregierung gebe es keine Schritte vorwärts, sondern zurück. Mit einem prognostizierten Schuldenstand von über einer Milliarde Euro sei Vorarlberg “pleite wie noch nie”, die Zahl der Insolvenzen sei stark angestiegen, Strukturreformen hingegen würden ausbleiben. Die Menschen seien zurecht unzufrieden mit der ÖVP, weil sie viel zu wenig weiterbringe. Von der FPÖ wiederum höre man gar nichts. “Die wollen einfach Wallner aussitzen”, sagte Gamon.

Die NEOS seien hingegen jene Partei, die die unbequemen Fragen stelle. So trete man vehement für eine Spitalreform mit zwei statt sieben Standorten im Land ein. Die NEOS zeichneten ein positives Bild in Sachen Gemeindefusionen. “Wir haben zu viele Kleingemeinden mit weniger als 1.000 Einwohnern”, so die alte und neue Landessprecherin. Auch brauche es keine vier Bezirkshauptmannschaften in Vorarlberg. Man sehe bei der Regierungsbeteiligung auf Bundesebene, dass mit den NEOS neue Strukturen möglich seien, verwies sie auf die “Sozialhilfe neu”.

Ziel: Österreich verändern

Für die angesprochene Bundesebene betonte Geschäftsführerin Claudia Jäger das Ziel, “Österreich zu verändern”. Diesbezüglich verwies sie auf den Strukturaufbau der NEOS. “Wir haben gesehen: Wo wir Strukturen haben, erzielen wir bei den Wahlen signifikant bessere Ergebnisse.” Der Nationalratsabgeordnete Johannes Gasser unterstrich die “richtige Entscheidung, Verantwortung zu übernehmen”, sprich die Regierungsbeteiligung der NEOS. Die NEOS seien der Stachel im Sitzfleisch von ÖVP und SPÖ, “um die Altparteien in Bewegung zu bringen”.

Gasser als Gamon-Stellvertreter

In den Landesvorstand wurden als Stellvertreter von Gamon Gasser, als Finanzreferent Christoph Gruber, die beiden Landtagsabgeordneten Katharina Fuchs und Fabienne Lackner sowie Ricardo Griesser und Christof Hotz gewählt. Bis auf Griesser hatten alle Kandidaten bereits dem Vorstand angehört. Gamon ist im Februar 2023 Sabine Scheffknecht als Vorarlberger NEOS-Landessprecherin nachgefolgt. Seit der Landtagswahl im Herbst 2024 ist die frühere EU-Abgeordnete auch NEOS-Klubobfrau im Vorarlberger Landtag. 2023 hatte sie in Bregenz 91,67 Prozent der Mitgliederstimmen erhalten.

Finanziell sind die NEOS Vorarlberg gesund. Der jährlichen Parteienförderung von rund 415.000 Euro stehen Kosten für den laufenden Betrieb in Höhe von knapp 343.000 Euro (2025) gegenüber. Eine Landtagswahl kostet rund 300.000 Euro, eine Gemeindevertretungswahl etwa 100.000 Euro. Der jährliche strukturelle Überschuss von 60.000 bis 90.000 Euro pro Jahr wird in den Wahljahren eingesetzt.