GBH: Thermische Sanierung schützt vor Hitze und schafft Jobs

Die nächste Hitzewelle ist im Anrollen. Bei der Förderung von Klimaanlagen und Heizkesseln herrscht laut Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) und WKÖ-Fachverband der Stein- und keramischen Industrie Handlungsbedarf: Öffentliche Gelder sollen erst fließen, wenn zuvor die Gebäudehülle gedämmt wurde. Dies sei auch gut für Jobs. Wien gehe hier als einziges Bundesland mit gutem Beispiel voran. “Eine Klimaanlage allein tut gut, aber gescheit ist es nicht”, betonte GBH-Chef Josef Muchitsch.
Das Geld für den Einbau einer Klimaanlage oder auch eines Heizkessels ist den Angaben zufolge falsch investiert, wenn das Gebäude davor nicht thermisch saniert wurde. “Tausche ich zuerst meinen Heizkessel und sorge dann erst für Dämmung und Beschattung, ist der Heizkessel zu groß dimensioniert”, erklärte Muchitsch am Dienstag in einer Pressekonferenz. “Eine gescheite Sanierung beginnt mit der Gebäudehülle.”
Zuerst die Gebäudehülle, dann die Technik
“Die ordentliche thermische Sanierung eines Gebäudes ist die Grundvoraussetzung für sparsames, ökologisches Heizen”, ergänzte der Obmann des Fachverbands Stein- und keramische Industrie in der Wirtschaftskammer Österreich und Geschäftsführer der Baumit Group, Robert Schmid. Diese Reihenfolge sei wichtig – “sonst ist das wirklich eine Geldverschwendung”.
Ein gedämmtes Haus sei die Voraussetzung für eine kleiner dimensionierte Heizung oder Kühlung “und das führt zu weniger Energieverbrauch”, strich Schmid hervor. Mit einem gedämmten Haus sei es im Winter wärmer und im Sommer bei Hitze im Schnitt um bis zu 6 Grad kühler.
Impulse für die Baukonjunktur
Maßnahmen zum Dämmen von Gebäuden schützen laut GBH nicht nur vor Hitze im Sommer und vor Kälte im Winter, sondern sichern auch Arbeitsplätze und stärken die Produktion in heimischen Betrieben. “Ich glaube, das hilft uns für den Wirtschaftsstandort Österreich”, sagte Muchitsch.
“Die Bauwirtschaft braucht einen Aufschwung, einen Turbo”, betonte der Gewerkschafter. “2026/2027 werden wir noch große Herausforderungen haben”, erwartet der Gewerkschafter, der erst für 2028 mit einem “ersten leichten Aufschwung” rechnet. Jede nicht durchgeführte Sanierung bedeutet den Angaben zufolge weniger Aufträge für heimische Betriebe und weniger Beschäftigung.
Neue Förderungen in Aussicht
Seitens der Regierung sind für 2027 und 2028 zwei Fördertöpfe geplant – einer mit 181 Mio. Euro für die thermische Sanierung und einer mit 179 Mio. Euro für Heizkesseltausch. “Die Verhandlungen laufen”, sagte Muchitsch. “Die Förderungen werden 2027 hoffentlich anders gestaltet”, fügte er hinzu.
Bei der Förderung von Klimaanlagen darf man laut Gewerkschaft nicht den gleichen Fehler machen wie beim Heizkesseltausch. Wer nur die Technik fördere und auf die Gebäudehülle vergesse, löse das Problem nicht.
Details im Herbst
Details zur Sanierungsoffensive im kommenden Jahr sollen früheren Angaben des Umweltministeriums zufolge im Herbst bekanntgegeben werden.
Die Fördermittel in Höhe von 360 Mio. Euro für den Kesseltausch im Rahmen der Sanierungsoffensive 2026 sind bereits aufgebraucht, wie das Ministerium Anfang Juli bekanntgegeben hatte. Gefördert wurden die thermisch-energetische Sanierung von Gebäuden sowie der Umstieg von Öl- und Gasheizungen auf umweltfreundliche Systeme wie Wärmepumpe oder Biomasse.