So kommen Sie sicher und gesund durch die Hitze

Wichtige Tipps der ÖGK für Risikogruppen, die durch die Hitze besonders gefährdet sind. ÖAMTC zudem mit Tipps für Autofahrer.
Die aktuelle Hitzewelle bringt gesundheitliche Risiken mit sich. Besonders für ältere Menschen, Kinder und Personen mit Vorerkrankungen können die hohen Temperaturen gefährlich werden. Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) und der ÖAMTC geben wichtige Tipps, wie der Alltag weiterhin sicher bewältigt werden kann.
Risikogruppen
Hitze sei nicht nur eine Frage des Wohlbefindens, sondern ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko, teilt die ÖGK in einer Aussendung mit. Laut Berechnungen der AGES gab es im Sommer 2024 rund 1100 hitzebedingte Todesfälle in Österreich. Die hohen Temperaturen setzen den Körper unter Stress. Besonders Säuglinge und Kleinkinder sowie Personen mit Herz-Kreislauf-, Lungen- oder Stoffwechselerkrankungen und vor allem ältere Menschen sind von der Hitze stark betroffen.

Entgegenwirken kann man durch das ausreichende Trinken von Wasser, idealerweise, bevor Durst entsteht, dem Vermeiden von direkter Sonneneinstrahlung in den heißesten Stunden sowie dem Verlegen körperlicher Aktivitäten in die Morgen- oder Abendstunden und dem Konsum von leichten und wasserreichen Mahlzeiten. Außerdem sollte auf ältere und alleinlebende Menschen geachtet werden. Warnsignale wie Schwindel, Kopfschmerzen oder starke Erschöpfung müssen jedenfalls ernst genommen werden. Wenn dennoch starke Kreislaufprobleme oder Symptome eines Hitzschlags auftreten, sollte rasch medizinischer Rat eingeholt werden, alarmiert die ÖGK.
Hitze im Auto
Der ÖAMTC klärt über die durch Hitze verursachten Risiken im Auto und während der Fahrt auf. Bei einer Außentemperatur von 30 Grad können Oberflächen innerhalb einer Viertelstunde auf bis zu 45 Grad erhitzen, warnt der Mobilitätsclub. Bei längeren Standzeiten kann die Luft bis zu 60 Grad erreichen und Armaturenbrett und Sitze bis zu 80 Grad. Techniker Steffan Kerbl erklärt, dass ein Spalt in den Fenstern aufgrund der zu geringen Luftzirkulation nicht ausreichend helfe.

Für Kinder und Tiere können Temperaturen ab 45 Grad lebensbedrohlich werden. Sie sind noch schneller gefährdet als Erwachsene. „Bei Babys kommt noch dazu, dass sie sich nicht wirklich melden können und sehr schnell dehydrieren. Tiere leiden zusätzlich unter ihrem dicken Fell“, betont Kerbl. Er empfiehlt eindeutig, überhaupt keine Lebewesen im Auto zurückzulassen, auch wenn man nur „ganz kurz“ aussteigt, um etwas zu besorgen.
Wer ein Kind oder Tier in einem heißen, geparkten Fahrzeug sieht, sollte laut ÖAMTC zunächst die Fahrzeughalterin oder Fahrzeughalter ausfindig machen oder den Zustand des Lebewesens einschätzen. Wenn noch keine akute Lebensgefahr besteht, sollten Polizei und Feuerwehr verständigt werden. Bei unmittelbarer Gefahr sei das Einschlagen der Fensterscheibe als letztes Mittel zulässig, erläutert der ÖAMTC.
Auf der Fahrt
Zusätzlich sinkt bei Fahrerinnen und Fahrern ab 30 Grad die Konzentration, Stress und Aggressionen steigen. Helfen können silberbeschichtete Folien, welche außen an der Windschutzscheibe angebracht werden. Sie senken den Innenraum um 10 bis 15 Grad, das zeigt ein ÖAMTC-Praxistest. Außerdem reduzieren schattige Parkplätze das Aufheizen und entlasten die Klimaanlage beim Wiedereinsteigen spürbar.
(NEUE Vorarlberger Tageszeitung)