Geplante Erdgasfernleitung im Mühlviertel darf gebaut werden

Die geplante Erdgasfernleitung “WAG Loop 1” im nördlichen Mühlviertel ist genehmigt worden, wie Umwelt- und Klimalandesrat Stefan Kaineder (Grüne) am Mittwoch in einer Presseaussendung mitteilte. Die rund 40 Kilometer lange Leitung zwischen Bad Leonfelden (Bezirk Urfahr-Umgebung) und Oberkappel (Bezirk Rohrbach) werde künftig Gas aus dem Westen effizienter nach Österreich befördern. Sie solle auch bei Wasserstoff eine Rolle spielen.
Die Projektwerberin begründete das Projekt mit Versorgungssicherheit und Perspektiven für Wasserstofftransport. “Gerade bei großen Infrastrukturvorhaben wie diesem ist entscheidend, dass alle Auswirkungen umfassend und transparent geprüft und alle Beteiligten einbezogen werden”, so Kaineder in der Aussendung. Das Projekt greife auch geringfügig in bestehende Waldflächen ein. Die Genehmigung sei deshalb an strenge Bedingungen geknüpft, auch der Schutz des Grundwassers sei durch fachliche Auflagen im gesamten Verfahren abgesichert.
Erdgas-Transportleistung steigt um 30 Prozent
Die Genehmigung ist aus Sicht der Wirtschaftskammer Oberösterreich (WKOÖ) ein wichtiger Schritt für die Versorgungssicherheit und Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts, hieß es in einer Aussendung. Mit dem Projekt werde die bestehende Gasinfrastruktur in diesem Bereich um eine parallele Leitung erweitert. Die Transportleistung in West-Ost-Richtung steige dadurch um rund 30 Prozent. “Das Projekt erhöht kurzfristig unsere Versorgungssicherheit und schafft gleichzeitig Infrastruktur für das Energiesystem von morgen”, so WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer.
Der WAG Loop 1 soll ab 2027 gebaut werden und insbesondere den Zugang zu Gasquellen aus Nordwesteuropa verbessern. Dazu zählen Lieferungen aus Norwegen ebenso wie LNG, das über Terminals an den Küsten nach Europa gelangt. Gleichzeitig ermögliche die zusätzliche Transportkapazität eine flexiblere Ein- und Ausspeisung der oberösterreichischen Gasspeicher Haidach und Seven Fields, so die Kammer.