Geplante Wiener Eventhalle noch in der Vorbereitungsphase
Ab wann die geplante Eventhalle im Wiener Stadtteil St. Marx errichtet wird, ist weiter offen: Wie Finanzstadträtin Barbara Novak (SPÖ) am Mittwoch im Gemeinderat erläuterte, befindet sich das Projekt derzeit in der Vorbereitungsphase. Sie berichtete von laufenden Gesprächen mit jenem Unternehmen, das mit der Umsetzung beauftragt wurde. Als Bauvorhaben wurde die Halle noch nicht eingereicht. Prognosen bezüglich eines Eröffnungstermins wollte sie nicht abgeben.
Die künftige Veranstaltungslocation, die unter der offiziellen Bezeichnung Wien-Holding-Arena firmiert, hat bereits eine bewegte Vorgeschichte. Der Großbau entsteht auf einer Fläche neben der bestehenden Rinderhalle (jetzt Marx-Halle). Das Areal liegt seit Jahren brach. Dass die neue Eventhalle dort entstehen soll, war 2019 avisiert worden. Damals ging man noch von einer Eröffnung 2024 aus.
Eröffnung für 2030 angepeilt
Es folgte nicht nur ein Bieter-, sondern auch ein Gerichtsverfahren. Nachdem ein ursprünglich an eine andere Firma getätigter Zuschlag für nichtig erklärt wurde, kam CTS Eventim zum Zug. Der Unterhaltungskonzern präsentierte gemeinsam mit der Stadt 2024 die Pläne. Das Gebäude soll 2030 eröffnet werden und über eine Kapazität von bis zu 20.000 Besucherinnen und Besuchern verfügen.
Die Arena ist als Austragungsort für sämtliche Arten von Shows und Events konzipiert, also etwa für Popkonzerte oder auch für Sportbewerbe und Messen. Der bis dato letzte formelle Schritt ist im Vorjahr erfolgt, als der Gemeinderat die Finanzierung auf Schiene brachte. Insgesamt wurde ein Rahmen von rund 215 Mio. Euro gewährt. Die Gesamtkosten werden sich laut Projektbetreiber auf rund 500 Mio. Euro belaufen.
Aktuell befindet man sich in der Projektvorbereitungsphase, wie Novak in der Fragestunde des Gemeinderats ausführte. Die technischen, architektonischen oder auch wirtschaftlichen Rahmenbedingungen würden nun vereinbart. “Wir sind noch nicht in einem einreichungsfähigen Status für dieses Projekt”, stellte sie klar.
Von Bewilligung “doch noch ein Stück entfernt”
Offen sei auch noch die Frage, ob ein UVP-Verfahren notwendig sei. Sie hob hervor, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Zahlung an den Errichter erfolgt ist. Eine solche werde es erst ab dem Zeitpunkt der Baubewilligung geben. “Und von einer Baubewilligung sind wir doch noch ein Stück entfernt”, fügte sie hinzu.
Dass das Projekt für die Stadt mehr kosten wird als geplant, davon ging Novak nicht aus: “Ich schließe das aus.” Dieser Punkt sei auch “Teil der Nachverhandlungen”, wie sie berichtete. Nähere Details zu den Gesprächen verriet sie nicht, was auch rechtliche Gründe habe, wie sie erläuterte.
Keine Prognose für erste Events
Vermutungen darüber, wann etwa das erste Konzert dort stattfinden wird, wollte sie nicht anstellen. Sie verfüge nicht über eine “Glaskugel”. Es handle sich auch um ein sehr großes Projekt, gab sie zu bedenken. “Ich traue mir daher nicht zu, einen konkreten ersten Konzertauftritt zu prognostizieren.” Wobei sich an den bisher genannten Zahlen ihres Wissens nichts geändert habe, betonte sie.
In der Zwischenzeit stünde auch noch die “Good Old Lady” Stadthalle zur Verfügung, wie Novak ausführte. Diese habe erst beim Song Contest wieder bewiesen, dass sie auch für Großveranstaltungen gut geeignet sei.
Fraglich ist auch, ob der ursprüngliche Architekturentwurf zum Zug kommt. Laut “Standard” kursieren inzwischen auch neue Renderings. Der bisherige Entwurf soll in der Umsetzung zu teuer sein, wird kolportiert.
Harsche Kritik der Opposition
“Kein einreichungsfähiger Status, keine Baubewilligung und kein absehbarer Fertigstellungstermin sind eine ernüchternde Bilanz”, konstatierte Wiens ÖVP-Chef Markus Figl in einer Reaktion. Die Wienerinnen und Wiener würden sich endlich Klarheit darüber verdienen, wie es mit der Arena weitergehe.
Die Grünen Wien sprachen sich für einen Stopp des Projekts aus. “Wie viele Großprojekte in Wien läuft auch dieses Projekt Gefahr, um Jahre verzögert zu werden und Millionen Euro mehr zu verschlingen als geplant”, warnte Klubobmann Georg Prack. Novak müsse nun die Notbremse ziehen.