Geschlossene Steinbrüche als Asbest-Deponien möglich

Ehemalige Steinbrüche könnten künftig als Asbest-Deponiestandorte genutzt werden. Von dem Vorstoß des Umweltministeriums berichtete das Ö1-Mittagsjournal am Freitag. Gegenüber der APA bestätigte das Ministerium, dass derzeit eine Anpassung der Deponieverordnung vorbereitet wird, “um mögliche Engpässe durch künftig größere Mengen an asbestbelastetem Gesteinsmaterial zu vermeiden”. Der Betreiber eines geschlossenen Steinbruchs im Burgenland zeigte sich gegenüber Ö1 überrascht.
Ziel der Anpassung sei, die Errichtung eigener Deponien für natürlich asbestbelastetes Gesteinsmaterial zu erleichtern, hieß es aus dem Ministerium zur APA. Dafür könnten grundsätzlich ehemalige Steinbrüche infrage kommen. “Voraussetzung dafür ist jedoch eine entsprechende abfallrechtliche Genehmigung als Deponiestandort”, hieß es weiter. Der genaue Zeitpunkt der Änderung stand noch nicht fest.
Ursprüngliche Lagerstätten weitere Möglichkeit
“Eine weitere Möglichkeit wäre, belastetes Gesteinsmaterial wieder in seine ursprünglichen Lagerstätten zurückzuführen.” Dafür brauche es jedoch eigene rechtliche Grundlagen und Genehmigungen nach dem Mineralrohstoffgesetz, wofür das Finanzministerium zuständig ist.
Zusätzlich sei auf Initiative des Ministeriums im aktuellen Budgetbegleitgesetz vorgesehen, asbestbelastete Gesteinsmaterialien vom Altlastensanierungsbeitrag auszunehmen. “Dadurch werden Betroffene (zum Beispiel Gemeinden) bei notwendigen Entsorgungsmaßnahmen finanziell deutlich entlastet.”
Steinbrüche im Burgenland wollen wieder öffnen
Gegenüber Ö1 reagierten die Betreiber der vier geschlossenen Steinbrüche im Burgenland auf den Vorstoß des Umweltministeriums überrascht. Christoph Lainer-Findeis, der Eigentümervertreter des Steinbruchs Pilgersdorf, sagte dem ORF-Radio, sie arbeiten konkret daran, den Betrieb wieder öffnen zu können.
Er kritisierte, dass die Umweltorganisation Greenpeace, die das Thema ins Rollen gebracht hatte, keine repräsentativen Proben genommen und nicht die richtige Methode verwendet habe. Bei der letzten Probe der Behörde sei dies passiert. Dabei wären die Asbestgehalte “im 0,0-Bereich” gelegen, sagte Lainer-Findeis. Es solle noch im Juli Gespräche mit der Taskforce und den zuständigen Bezirkshauptmannschaften über die Wiedereröffnung der Steinbrüche geben.