Gewaltwelle in Indien nach Mord an elfjährigem Mädchen

Nach der Vergewaltigung und Ermordung eines elfjährigen Mädchens im Osten Indiens hat die Polizei nach gewaltsamen Protesten Dutzende Menschen festgenommen. Bei den Ausschreitungen sei eine unschuldige Person von einer aufgebrachten Menge gelyncht worden, teilte die Polizei am Freitag mit. Bisher seien 35 Personen wegen Gewalt und Vandalismus festgenommen worden, sagte ein hochrangiger Polizeibeamter. Zuvor hatte die Polizei vier Männer wegen der Tat festgenommen.
Einer der Verdächtigen wurde nach Polizeiangaben am Mittwoch bei einem Fluchtversuch erschossen. Die Mutter des Getöteten weigerte sich, die Leiche anzunehmen. “Für die Sünde, die mein Sohn begangen hat, hat er seine Strafe erhalten”, sagte sie in einem Fernsehinterview.
Seit dem Fund der Leiche des Mädchens am Sonntag hatten Demonstranten in der Stadt Baruipur im Bundesstaat Westbengalen Straßen blockiert und Fahrzeuge in Brand gesetzt. Der Ministerpräsident von Westbengalen, Suvendu Adhikari, kündigte ein hartes Vorgehen gegen die Täter an. Der Fall hat in Indien erneut eine Debatte über die Sicherheit von Frauen und Mädchen ausgelöst.