Gewerkschaft sieht Personalengpässe in Wiener Kindergärten

27.08.2026 • 11:22 Uhr

Die Gewerkschaft warnt vor Personalengpässen in den Wiener Kindergärten. Rund 1.800 Pädagoginnen und Pädagogen würden dort fehlen, sagte Manfred Obermüller von der Gewerkschaft Younion gegenüber dem ORF-Wien. Er fordert ein neues Besoldungspaket. Sollte dies nicht kommen, schließt er “Maßnahmen” für den Herbst nicht aus.

Knapp 1.000 Plätze sind laut Gewerkschaft in privaten Einrichtungen nicht besetzt. 840 Pädagogen sollen in den Kindergärten der Stadt fehlen. Laut der Wiener Kindergartenabteilung MA 10 werden derzeit auch Assistenzkräfte, die speziell unterstützt werden, als solche eingesetzt. Auf den Personalmangel reagiere man mit Rekrutierungs- und Ausbildungsmaßnahmen, hieß es.

Besser Bezahlung gefordert

Die Gewerkschaft Younion fordert als Akutmaßnahmen bessere Bezahlung, mehr Ausbildungsangebote und einheitliche Rahmenbedingungen, etwa was die Gruppengrößen anbelangt. Die jüngst vom Bund angekündigten Förderungen für Weiterbildung erachtet Obermüller als zu gering. Diese sei als “Minderwertschätzung” zu sehen, beklagte er. Im Herbst will man unter anderem in Dienststellenversammlungen über die Situation informieren.

Für den FPÖ-Bildungssprecher im Parlament, Hermann Brückl, trägt die Personalnot auch die Handschrift von NEOS-Bildungsminister Christoph Wiederkehr. Denn dieser sei als Bildungsstadtrat in Wien fünf Jahre lang für die Kindergärten verantwortlich gewesen. Angesichts der Zahlen könne er sich nicht aus der Verantwortung stehlen, befand Brückl.

Julia Malle und Felix Stadler von den Wiener Grünen kritisierten, dass die zuständige Stadträtin Bettina Emmerling (NEOS) lieber eine Befragung durchführe, als endlich zu handeln. Sie orteten ein “Managementversagen”. Der Klubobmann der Wiener Volkspartei, Harald Zierfuß, beklagte, dass der Personalmangel seit Jahren bekannt sei. Leidtragend seien einmal mehr die Kinder, hielt er fest.