Der Spallenhof: Ein Bergbauernhof voller Leben und Herzblut

Familie Wohlgenannt bewirtschaftet den traditionsreichen Hof mit Idealismus und Herz.
Hoch über Götzis liegt im Ortsteil Meschach auf 1100 Höhenmetern der Bergbauernhof von Familie Wohlgenannt. Der Spallenhof ist umgeben vom Naturschutzgebiet Hohe Kugel-Hoher Freschen-Mellental. Der Hof blickt auf eine über 600-jährige Geschichte zurück. Er wurde erstmals im Jahr 1426 erstmals urkundlich erwähnt. Bereits in fünfter Generation bewirtschaftet Familie Wohlgenannt den Hof mit viel Herzblut. Marco (35) und Julia (39) Wohlgenannt arbeiten und leben hier mit ihren fünf Kindern Luisa (13), Clara (11), Jakob (4), Heidi (2) und der einjährigen Alma.
Ein Bergbauernhof mit 600-jähriger Geschichte
Marco Wohlgenannt übernahm den Hof 2012 von seinem Vater und führt ihn heute gemeinsam mit seiner Frau Julia. Nach der Hofübernahme errichtete er zunächst einen neuen Stall und stellte den Betrieb auf Biolandwirtschaft um. Er habe schon als Kind immer gerne auf dem Hof mitgeholfen, erzählt der Landwirt. Er und absolvierte die Landwirtschaftsschule und schloss mit dem Meister der Landwirtschaft ab. Julia stammt ebenfalls von einem Bauernhof mit Milchwirtschaft und Kleinvieh aus dem Allgäu. Die gelernte Hotelfachfrau arbeitete zunächst in der Hotellerie, bevor sie der Liebe wegen nach Vorarlberg kam und den Beruf der Bäuerin ergriff. Auf dem Spallenhof bewirtschaftet Familie Wohlgenannt etwa 40 Hektar Wiesen und 10 Hektar Wald. Sie hält Rinder, Pferde, Mast- und Legehennen, Weidegänse und weitere Kleintiere. Eine artgerechte Tierhaltung ist der Familie besonders wichtig.

Tierwohl und Qualität stehen im Mittelpunkt
Solange es das Wetter zulässt, verbringen die Rinder den ganzen Tag auf den Alpweiden rund um den Hof, Kälber werden gemeinsam mit den Mutterkühen gehalten. Die Rinder bekommen ausschließlich Gras, Heu und Grassilage ohne Zusätze als Futter. Sie verbringen mindestens 30 Monate auf dem Hof. „Ein Rind lebt bei uns fast doppelt so lange wie in einem Mastbetrieb“, erklärt Marco und Julia fügt an: „Hier dürfen sie langsam wachsen.“ Kalbfleisch findet man deshalb nicht im Sortiment des Spallenhofs. Geschlachtet wird in der hofeigenen Metzgerei und anschließend darf das Fleisch mindestens drei Wochen im eigenen Saft reifen. Die gesamte Verarbeitung erfolgt direkt am Hof. Gemeinsam mit einem Metzger stellt der Landwirt auch verschiedene Würste, Mostbröckle, Leberstreichwurst, Landjäger und Salami her. Er ist oftmals zwölf bis 15 Stunden am Tag mit der Arbeit auf dem Hof beschäftigt: “Ich würde mir wünschen, dass mehr Konsumenten bewusst gute Qualität kaufen damit wir auch die Landwirtschaft so weiterbetreiben können. Und dass unsere Arbeit wertgeschätzt wird.“
Auch bei den Hühnern legen Julia und Marco großen Wert auf Qualität und Tierwohl, sie sind auf der Wiese wo sie Gräser und Insekten picken und erhalten ausschließlich Biofutter. Eine Hühnerschar aus verschiedenen alten Sorten sorgt für ein breites Angebot bunter Eier. „Von Schokobraun über Blau und Grün ist alles mit dabei“, erklärt Julia. Sie hat sich bewusst für alte Hühnerrassen entschieden. Diese würden zwar weniger Eier legen als ein normales Bio-Huhn, aber die Qualität der Eier sei besser. Das würden ihr besonders Frauen, die häufig backen bestätigen. Unter dem Namen „Spallen Chicks“ bietet Familie Wohlgenannt ein Eierabo an. Die Bäuerin liefert wöchentlich frische Eier an Haushalte in den Gemeinden Götzis, Altach und Mäder.

Mit einem mobilen Grillwagen ist der Spallenhof monatlich auf dem Götzner Wochenmarkt und verkauft Grillhühner aus eigener Biohaltung, ebenso ist das Bregenzer Bio-Fest ein Fixtermin für den „Hennele-Grill“. Für Feiern und sonstige Veranstaltung ab 40 Personen kann der „Hennele-Grill“ auch gemietet werden, zubereitet werden Grillhühner, Salate und Desserts – auf Wunsch gibt es auch vegetarische Alternativen wie etwa Knödel. „Es ist auch viel Idealismus bei unserer Arbeit dabei. Und wenn die Leute dann sagen, dass unsere Produkte einfach gut sind, ist das die größte Belohnung. Dann weiß man, dass sich die investierte Zeit und Arbeit gelohnt haben“, erzählt Julia.

Vom Spallenhof direkt zu den Kunden
Der Verkauf ist vielfältig aufgestellt – die Erzeugnisse werden auf dem Markt oder direkt ab Hof verkauft. Julia stellt auch selbst zu und versendet mittels Kühlversand bis nach Wien. „Der Verkauf ist ein bisschen mein Baby“, sagt sie lachend. Neben dem Verkauf über die Webseite des Hofes bietet sie die Erzeugnisse des Bauernhofs auch über die Plattform „nahgenuss“ an, auf der landwirtschaftliche Betriebe ihre Produkte zu fairen Preisen verkaufen können. Zum Hof gehört auch ein Gasthaus, das Marcos Mutter betreibt. Hier werden die Gäste mit regionalen Gerichten aus hofeigener Produktion verwöhnt. Dazu gehören auch frisches Obst und Gemüse.
Ferien auf dem Bauernhof als Zukunftswunsch
Gemeinsam mit ihrer Schwägerin und Marcos Mutter pflegt Julia Wohlgenannt einen kleinen Obst- und Gemüsegarten, der die Familie und das Gasthaus versorgt. Das Gemüse pflanzen sie unter einem Folientunnel. Ein Wunsch der ausgebildeten Hotelfachfrau wäre in Zukunft ein bis zwei Ferienwohnungen auf dem Hof zu vermieten – eine Arbeit, der sie gut neben ihrer Tätigkeit als Bäuerin auf dem Hof nachgehen kann. Dadurch könne sie auch Einblicke in ihre Landwirtschaft direkter mit den Menschen teilen. Denn trotz der vielen Herausforderungen, macht ihr der Beruf auch viel Freude: „Es ist so eine Freude, wenn du siehst, wie unter deinen Händen alles wächst und gedeiht. Das ist einfach etwas Schönes.“
kontakt
Spallenhof – Bio vom Berg
Meschach, Götzis
Tel. 0650/4421285
info@spallenhof.at
Web: spallenhof.at
Der Spallenhof liegt auf 1100 Metern Seehöhe und wurde erstmals 1426 urkundlich erwähnt. Seit fünf Generationen bewirtschaftet Familie Wohlgenannt den Hof. Im Mittelpunkt stehen Bio-Landwirtschaft, artgerechte Tierhaltung sowie die Verarbeitung und Direktvermarktung hofeigener Produkte. Geschlachtet und verarbeitet wird direkt in der hofeigenen Metzgerei.