Gewitter brachten nur “kleine Entspannung” bei Trockenheit

20.07.2026 • 13:24 Uhr
Gewitter brachten nur "kleine Entspannung" bei Trockenheit

Regenschauer und Gewitter haben zuletzt für gebietsweise größere Regenmengen gesorgt. “Das brachte zwar fürs Erste eine kleine Entspannung in der Dürreperiode, in der sich Österreich schon seit mehreren Monaten befindet”, analysierte Alexander Orlik, Klimatologe der Geosphere Austria, am Montag auf APA-Anfrage. Für eine Normalisierung der klimatischen Wasserbilanz fehle aber weiter flächendeckend eine Regenmenge von rund 160 Millimetern oder 160 Litern pro Quadratmeter.

Mit heftigen Gewittern sei zwar die extreme Trockenheit zunächst stellenweise entschärft, hieß es von den Fachleuten. Das gelte jedoch nur für die obersten Bodenschichten. “Für die Natur bedeutet das einen Moment Erholung. Auf die niedrigen Grundwasserpegel – vor allem im Osten Österreichs – haben die Niederschlagsmengen kaum Auswirkung”, so die Geosphere.

Teils über 100 Millimeter Niederschlag in einer Woche gefallen

Einzelne Regenmengen fielen durchaus beeindruckend aus: In Tannheim (Tirol), Mittelberg (Vorarlberg) und Seckau (Steiermark) “summierte sich in der letzten Woche über 100 Millimeter Niederschlag. An weiteren 49 Wetterstationen fiel eine Regenmenge zwischen 50 und 100 Millimetern”, sagte Orlik.

Heftig war beispielsweise ein Gewitter in Wien am vergangenen Freitag. Insgesamt weist die Messstation Hohe Warte für die Bundeshauptstadt in der Zeit von 14. bis 20. Juli (jeweils 8.00 Uhr) 53,4 Millimeter Regen aus. 14 Millimeter fielen binnen nur zehn Minuten, innerhalb einer halben Stunde kamen 33,5 Millimeter zusammen, binnen 60 Minuten gar 45,9 Millimeter und innerhalb von zwei Stunden 47,3 Millimeter. Annähernd “geschüttet” hat es sonst nur in Seckau, wo binnen 120 Minuten 38,5 Millimeter gemessen wurden, und im Kärntner Weitensfeld, wo 35,5 Millimeter in zwei Stunden fielen, allerdings bei insgesamt weit höheren Regenmengen im mehrtägigen Vergleichszeitraum als in Wien.

Vor allem Regionen in Ostösterreich blieben trocken

Am anderen Ende der Skala gab es laut dem Klimatologen aber auch einige Orte, die kaum bis wenig Regen innerhalb der unbeständigen Wetterlage der vergangenen Tage abbekommen haben. Dazu gehören vor allem die tiefer gelegenen Teile Ober- und Niederösterreichs.

“Dennoch summierte sich, gemittelt über alle Stationsmessungen in den letzten sechs Tagen, eine Regenmenge von grob 30 Millimetern, also rund etwa ein Fünftel der Menge, die in einem durchschnittlichen Juli in Österreich fällt”, so Orlik. Mehr als der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein, aber längst noch keine Trendumkehr für Natur und Grundwasser.