Gregor Weihs zum Rektor der Universität Innsbruck gewählt

01.07.2026 • 19:01 Uhr

Der Quantenphysiker Gregor Weihs ist vom Universitätsrat am Mittwoch zum neuen Rektor der Universität Innsbruck ab 1. März 2027 gewählt worden. Dies teilte die Uni in einer Aussendung mit. Der derzeitige Vizerektor für Forschung folgt damit auf Noch-Rektorin Veronika Sexl, die Ende vergangenen Jahres nicht für eine zweite Amtsperiode von 2027 bis 2031 wiederbestellt worden war.

Der Senat der Universität hatte Weihs dem Universitätsrat vergangene Woche als “Einervorschlag” zum Nachfolger vorgeschlagen. Der 54-jährige Tiroler hatte als einziger der Kandidatinnen und Kandidaten eine Stimmenmehrheit des Senats erhalten. “Mit Gregor Weihs übernimmt eine wissenschaftlich herausragende und an der Universität Innsbruck bestens verankerte Persönlichkeit die Leitung dieser Universität. Weihs bringt internationale Erfahrung, Managementkompetenz sowie eine klare strategische Vorstellung für die kommenden Jahre mit”, erklärte Universitätsratsvorsitzender Reinhard Schretter zur Wahl. Weihs selbst freute sich auf die “schöne und verantwortungsvolle Aufgabe, die Zukunft der Universität Innsbruck gemeinsam mit ihren Mitarbeitenden und Studierenden zu gestalten.” “Die Universität Innsbruck ist mit ihrer über 350-jährigen Geschichte die bedeutendste Forschungs- und Bildungseinrichtung in Westösterreich, ein zentraler Faktor für die Region und weltweit sichtbar in ihrer Exzellenz”, betonte er.

In einer späteren Aussendung am Abend übermittelte der Universitätsrat dann aber auch einen “Offenen Brief” an den Sektionschef im Wissenschaftsministerium. Man habe “mit Irritation zur Kenntnis” genommen, dass der Senat für die Wahl der Rektorin oder des Rektors lediglich einen Einervorschlag übermittelt habe, “da nach entsprechender Abstimmung im Senat lediglich ein einziger Kandidat als geeignet erachtet wurde”, hieß es darin. Der Universitätsrat könne eine Berufung nur aus dem Vorschlag des Senats durchführen oder eine Neuausschreibung vornehmen. “Zum Wohle der Universität Innsbruck und unter Berücksichtigung der umfassenden Abwägungen des Senats hat der Universitätsrat von einer neuerlichen Ausschreibung abgesehen und über den vorgeschlagenen Kandidaten abgestimmt”, ließ der Universitätsrat wissen. Die Übermittlung eines Einervorschlags sei im Hinblick auf die seit 2024 bestehende Rechtslage und die umfassende Begründung des Senats rechtmäßig, wurde zwar einerseits betont. Allerdings aber auch “überaus unbefriedigend”, zumal als einzige Alternative lediglich eine Neuausschreibung bleibe. Der Universitätsrat ersuche daher um eine Evaluierung des Paragraf 23 Abs 3 UG, in dem die Wahl des Rektors geregelt ist.

Abwechslungsreiche Wissenschaftskarriere

Der 1971 geborene Weihs – aufgewachsen in Seefeld in Tirol – ist Professor für Photonik an der Universität Innsbruck und ein international anerkannter Forscher auf dem Gebiet der Quantenphysik. Nach dem Studium der Physik und Mathematik in Innsbruck wurde er im Jahr 2000 bei Anton Zeilinger an der Universität Wien sub auspiciis praesidentis rei publicae promoviert. Anschließend war er an der Stanford University in den USA und ab 2005 an der University of Waterloo in Kanada tätig, bevor er 2008 nach Innsbruck berufen wurde. Von 2016 bis 2021 war Weihs Vizepräsident des Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF, seit Februar 2023 ist er Vizerektor für Forschung der Uni Innsbruck. Weihs leitet den Exzellenzcluster “Quantum Science Austria” und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter einen ERC Starting Grant.

Gratulation von Med Uni-Rektor

Rektorskollege Gert Mayer von der Medizinischen Universität Innsbruck gratulierte Weihs jedenfalls zu seiner Wahl. Damit sei eine “wichtige Weichenstellung erfolgt”: “Mit Gregor Weihs übernimmt ein ausgewiesener Wissenschafter die Leitung der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck.” Gerade in budgetär herausfordernden Zeiten sei es wichtig, “gemeinsame Interessen zu vertreten und dafür Sorge zu tragen, dass sich der Hochschulstandort Tirol auch unter erschwerten Rahmenbedingungen weiterentwickeln kann.”