Großer Abschied von Welser-Möst und dem Cleveland Orchestra

12.10.2026 • 14:48 Uhr

Franz Welser-Möst und The Cleveland Orchestra haben mit ihrem Konzert am Sonntag im Linzer Brucknerhaus nicht nur Anton Bruckners 130. Todestag zum Anlass ihres Gastspiels in der Heimat des Dirigenten genommen. Welser-Möst feiert 2027 nach 25 Jahren seinen Abschied von Cleveland auch in seiner Heimat. Und das mit einem großem Konzert, in dem auch zeitgenössische Musik ihren Platz erhielt.

Zwischen Mozart und Richard Strauss präsentierten Welser-Möst und sein Orchester eine Komposition des gebürtigen Niederösterreichers Bernd Richard Deutsch (geboren 1977), die er dem Dirigenten und seinen Musikern gewidmet hat und von diesen vor vier Jahren uraufgeführt wurde. Zum groß besetzten Orchesterapparat gehörten auch eine umfangreiche Schlagzeuggruppe, Klavier und Celesta. “Intensity” mit 18 Minuten Spieldauer faszinierte mit unterschiedlichen Klangfarben und unzähligen rhythmischen Effekten. Inhaltlich arbeitet das Stück mit einem prägenden, aus fünf Tönen bestehenden Hauptmotiv, das mehrfach ertönt, zum Teil auch geringfügig verändert – eine virtuos entfesselte Vielfalt, die von Welser-Möst und dem Orchester bravourös präsentiert wurde. Den Beifall konnte auch der anwesende Komponist entgegennehmen.

Großes Goldenes Ehrenzeichen für Welser-Möst

Eingeleitet wurde das Konzert mit Mozarts kurzer Symphonie Nr. 34 C-Dur, abgeschlossen wurde es mit der Symphonia domestica op. 53 von Richard Strauss. Die “tönende homestory” schildert einen Tag im Familienleben des Komponisten, seiner Ehefrau und des gemeinsamen Sohnes Franz, samt Ehestreit, zweisamen Zärtlichkeiten und Kindergeschrei.

Der ausverkaufte Große Saal des Brucknerhauses zeigte sich beifallsfreudig. Der Applaus schwoll noch weiter an, als zum Ausklang Landeshauptmann Thomas Stelzer Franz Welser-Möst würdigte und ihm das vom Bundespräsidenten verliehene Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich überreichte.

Brucknerhaus Linz und die Stiftsbasilika

Franz Welser-Möst hat 2002 mit seinem Antritt als Musikdirektor des Cleveland Orchestra die Verbindung mit Österreich gepflegt und intensiviert. Bereits 2003 reiste er mit Brittens “War Requiem” nach Europa und auch ins Brucknerhaus. Drei Jahre später gastierte The Cleveland mit drei Konzerten und Bruckners 5. Sinfonie. Seine jetzige, letzte große Europatournee führt ihn durch neun Länder und 13 Städte.

(Von Wolfgang Katzböck/APA)