Hackerangriff gegen Brenner Basistunnel
Die Betreibergesellschaft des Brenner Basistunnels BBT SE ist Ziel eines Cyberangriffs geworden. Dabei soll es den Hackern auch gelungen sein, auf Daten zuzugreifen. Die Sicherheitsprotokolle wurden laut BBT SE “umgehend aktiviert”. Unklar ist, ob es Verhandlungen und etwaige Zahlungen an die Hacker gab. Die Cyberkriminellen sollen Mitte Oktober zugeschlagen haben. Vermutet wird ein internationales Erpressernetzwerk hinter dem Coup, berichtete die “Tiroler Tageszeitung”.
Die abgesaugten Daten waren auf einer Plattform im Darknet aufgetaucht. Dahinter steckte laut Erkenntnissen des US-Cybersicherheitsunternehmens ZeroFox die Hackergruppe “Everest”, die dem russischsprachigen Cybercrime-Milieu zugerechnet wird. Deren Masche sei es, Daten zu stehlen, um dann Geldforderungen zu stellen und mit Veröffentlichung zu drohen.
Nach Bekanntwerden der Attacke habe die Gesellschaft die Datenquelle isoliert und Cyberexperten auf die Analyse des Angriffs angesetzt, hieß es gegenüber der Zeitung. Wie weit die Hacker tatsächlich in die IT-Infrastruktur vordringen konnten und welche Daten betroffen waren, sei noch unklar. Fragen nach möglichen Verhandlungen und einer etwaigen Zahlung an die Hacker ließ die BBT SE unbeantwortet. Auswirkungen auf den Tunnelbau soll die Datenattacke nicht haben, so die Betreibergesellschaft.
Italienische Behörden ermitteln
Die Ermittlungen werden von italienischen Behörden geführt, da die BBT SE ihren Sitz in Bozen hat. Der Brennerbasistunnel gilt als bedeutendes europäisches Infrastrukturprojekt. Das 11,7 Milliarden Euro teure Bauwerk soll ab 2034 Fahrten zwischen Deutschland und Italien deutlich verkürzen.