Halloween-Süßigkeiten von Kindern teils selbst manipuliert

05.11.2026 • 16:44 Uhr

Nicht nur in Deutschland, auch in Österreich dürften Kinder mit Metallgegenständen versehene Halloween-Süßigkeiten zum Teil selbst manipuliert haben. Das gab das Bundeskriminalamt (BK) Donnerstagfrüh in einer Aussendung bekannt. Österreichweit sind der “SOKO Treat” bisher 21 Verdachtsfälle präparierter Naschsachen gemeldet worden. Vier Fälle, einer in Wien und einer in Oberösterreich sowie zwei in der Steiermark, gelten als geklärt: Die Kinder wollten ihre Eltern erschrecken.

Informationen zu weiteren Fällen nannte das BK am Donnerstagnachmittag auf APA-Anfrage nicht. Von den insgesamt 21 Fällen entfallen, Stand Donnerstagfrüh, sieben auf die Steiermark (Bezirke Leibnitz, Weiz, Gleisdorf und Murtal), vier auf Oberösterreich (Bezirke Linz und Vöcklabruck) sowie ein Fall auf Salzburg (Stadt Salzburg). Laut Bundeskriminalamt gab es zudem sechs Fälle in Niederösterreich (Bezirke Amstetten, Melk und Bruck an der Leitha) und drei in Wien. Bei einem Fall, der in Wien angezeigt wurde, stellte sich jedoch heraus, dass die Süßigkeiten in Niederösterreich gesammelt wurden, wie eine Sprecherin der Wiener Polizei der APA mitteilte. Einer der Wiener Fälle werde nun also in Niederösterreich weiterverfolgt.

Bezüglich der 17 ungeklärten Fälle laufen in sämtlichen betroffenen Bundesländern sowie in der eigens eingerichteten Ermittlungsgruppe “Treat” im Bundeskriminalamt die Nachforschungen auf Hochtouren. Dabei werden die einzelnen Vorfälle umfassend geprüft, mögliche Zusammenhänge untersucht und sämtliche verfügbaren Ermittlungsansätze konsequent verfolgt, so das BK.

Internet als möglicher Ausgangspunkt

Die Ermittler konnten unterdessen recht bald die von den Kindern selbst manipulierten Fälle aufklären. In drei Fällen dürfte dies erfolgt sein, um die eigenen Eltern zu erschrecken. In einem Fall dürfte eine sogenannte Online-Challenge auf der Kurzvideoplattform TikTok der Auslöser gewesen sein, mit dem Ziel, die Polizei bewusst in die Irre zu führen.

Ermittlerinnen und Ermittler vermuteten laut Bundeskriminalamt schon zu Beginn, dass das Internet bei der Verbreitung entsprechender Inhalte und der Nachahmung solcher Handlungen eine wesentliche Rolle spielen könnte. Das habe sich in den beiden geklärten Fällen bestätigt. Ob auch weitere Fälle auf Einflüsse wie Warnmeldungen oder Online-Challenges zurückzuführen sind oder andere Hintergründe vorliegen, wird derzeit ermittelt.

Warnung an Nachahmer

Die bisherigen Ermittlungsergebnisse lassen jedenfalls keine pauschalen Rückschlüsse auf die übrigen Fälle zu, betonte das BK per Aussendung. Man ermittle weiterhin in alle Richtungen. Zentral sei, tatsächliche Manipulationen von möglichen Nachahmungshandlungen zu unterscheiden und mögliche Zusammenhänge zwischen den Fällen zu erkennen.

Das BK warnt davor, Online-Challenges nachzuahmen oder Manipulationen von Süßigkeiten als Scherz zu betrachten, und wies darauf hin, dass gegebenenfalls mit strafrechtlichen Konsequenzen gerechnet werden muss.

Anzeige in Wien

In einem geklärten Fall in Wien kam es mittlerweile zu einer Anzeige, teilte eine Sprecherin der Wiener Polizei der APA mit. Eine 14-Jährige habe zugegeben, die Süßigkeiten selbst manipuliert zu haben. Sie wurde wegen des Verdachts der Vortäuschung einer mit Strafe bedrohten Handlung angezeigt.

Im zweiten Wiener Fall gebe es derzeit keine Anhaltspunkte, dass die Naschereien selbst manipuliert wurden. Man ermittle weiterhin in alle Richtungen. Beide Fälle ereigneten sich in Wien-Donaustadt.