Handelsstreit zwischen USA und China entspannt sich etwas

28.09.2026 • 12:52 Uhr
Handelsstreit zwischen USA und China entspannt sich etwas

Nach dem Treffen der beiden Präsidenten in Washington entspannt sich der Handelsstreit zwischen den USA und China ein Stück weit. Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt wollen Zölle auf gegenseitige Importe im Wert von 60 Milliarden Dollar (52,6 Mrd. Euro) senken. Die Maßnahme betreffe eine Reihe von Produkten, die von US-Mais bis hin zu chinesischem Spielzeug reichten, teilte das chinesische Handelsministerium am Montag in Peking mit.

Chinas Staatschef Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump hatten sich vergangene Woche in Washington getroffen. Beide Seiten haben sich insgesamt auf Waren im Wert von jeweils 30 Milliarden Dollar geeinigt, für die günstigere Zölle gelten sollen. Demnach plant China, die Zölle für eine Vielzahl von US-Agrarerzeugnissen wie Mais, Weizen, Fleisch und Milchprodukten zu senken. Sojabohnen, der für China wichtigste US-Agrarimport, sind davon jedoch ausgenommen. Zudem sollen Abgaben auf US-Fisch, Holzprodukte, Kosmetika und medizinische Geräte reduziert werden. Im Gegenzug will Washington die Zölle für chinesische Kleingeräte wie Kaffeemaschinen und Toaster sowie für Geschirr, Spielzeug und Weihnachtsdekoration senken. Dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer zufolge wird es für etwa 30 Prozent der US-Exporte nach China einen besseren Marktzugang geben.

Pause im Handelsstreit bis zum 10. Jänner verlängert

Zudem wurde eine seit zwei Monaten geltende Aussetzung des Handelsstreits bis zum 10. Jänner 2027 verlängert. Damit sollte die vorherige Spirale aus immer neuen Zöllen und Gegenzöllen gestoppt werden. Es gebe nun ein “relativ stabiles und vorhersehbares politisches Umfeld” für die Unternehmen, hieß es aus dem chinesischen Handelsministerium. An den chinesischen Börsen sorgten die Ankündigungen jedoch nicht für Erleichterung. Anleger bemängelten fehlende konkrete Details des Gipfeltreffens, die Kurse gaben deutlich nach. Der Leitindex für die beiden Börsen in Shanghai und Shenzhen fiel um mehr als zwei Prozent auf ein Jahrestief.

Die Einigung der beiden Präsidenten umfasst auch eine Vereinbarung über die Einfuhr von US-Kohle durch China. Demnach wird die Volksrepublik in den Jahren 2027 und 2028 jährlich zehn Millionen Tonnen aus den USA importieren. Darüber hinaus einigten sich beide Seiten auf die Einrichtung einer Arbeitsgruppe für die Landwirtschaft, einen Kommunikationskanal für Vorfälle im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) und die Prüfung von Anträgen US-finanzierter Finanzunternehmen in China. Auch die Gespräche über eine Aufstockung der Direktflüge zwischen beiden Ländern sollen fortgesetzt werden.

China und USA veröffentlichten gemeinsam eine Liste

Das chinesische Handelsministerium veröffentlichte am Montag gemeinsam mit dem Weißen Haus eine Liste der genauen Produkte, die nun besser gestellt werden sollen. Sie umfasst auch Sorghumhirsen sowie pflanzliche Öle und Schrote. Für US-Sojabohnen gilt weiterhin ein Zusatzzoll von zehn Prozent. Händlern zufolge ist dieser zu hoch, als dass private Verarbeiter ihn tragen könnten. Chinesische Staatsunternehmen haben ihre Käufe jedoch ausgeweitet. Die Staatskonzerne Sinograin und COFCO haben mehr als zwölf Millionen Tonnen US-Sojabohnen erworben. Das ist fast die Hälfte der 25 Millionen Tonnen, zu deren jährlichem Kauf sich Peking nach Angaben des Weißen Hauses bis 2028 verpflichtet hat. Die Ausnahmeregelung für Sojabohnen verschaffe China vor den US-Zwischenwahlen im November einen Hebel im Umgang mit Washington, sagte Feng Chucheng, Gründer des Analysehauses Hutong Research.

Die verlängerte Pause im Handelsstreit bis zum 10. Jänner gibt dem chinesischen Handelsministerium zufolge beiden Seiten Zeit zur Bewertung der Umsetzung ihrer Vereinbarungen. Zugleich könne über das weitere Vorgehen zur Lösung der wirtschaftlichen Probleme beraten werden.