Hitzefalle Auto: Binnen 15 Minuten auf 45 Grad

Die Innenräume von in der Sonne abgestellten Autos erhitzen sich innerhalb einer Viertelstunde auf bis zu 45 Grad, warnt der ÖAMTC. “Die Fenster einen Spalt offen zu lassen, hilft so gut wie nichts – die Luftzirkulation ist zu gering”, sagte ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl am Freitag. Kinder und Tiere sind besonders gefährdet. Bei Hitze steigt zudem das Unfallrisiko: 2025 waren laut VCÖ Juni, Juli und August die Monate mit der höchsten Zahl an Verkehrstoten und Verletzten.
Hitzefalle Auto: “Bei Babys kommt noch dazu, dass sie sich nicht wirklich melden können und sehr schnell dehydrieren. Tiere leiden zusätzlich unter ihrem dicken Fell”, sagte Kerbl. “Auch wenn man nur ‘ganz kurz’ aussteigt, um etwas zu besorgen – es bleibt überhaupt kein Lebewesen im Auto zurück, weder Kind noch Tier.” Bei längerer Standzeit können Armaturenbrett und Sitze in der prallen Sonne laut ÖAMTC bis zu 80 Grad erreichen, die Luft bis zu 60 Grad. Erst diese Woche ist ein 20 Monate altes Mädchen im deutschen Bundesland Baden-Württemberg in einem überhitzten Auto gestorben. Es soll stundenlang bei hochsommerlicher Hitze vergessen worden sein.
Scheibe einschlagen als letztes Mittel
Wer ein Kind oder ein Tier in einem heißen, geparkten Fahrzeug bemerkt, sollte zunächst versuchen, deren Zustand einzuschätzen bzw. die Verantwortlichen ausfindig zu machen, rät der ÖAMTC. “Besteht unmittelbare Gefahr, ist das Einschlagen der Scheibe als letztes Mittel zulässig”, so der Club. Ist die Situation noch nicht akut lebensbedrohlich, sollte man zuerst Polizei und Feuerwehr verständigen.
Für 2024 und 2023 zeigen Auswertungen der Statistik Austria, dass an Hitzetagen die Zahl der Verkehrsunfälle im Sommer zwischen 13 und 15 Prozent höher ist als an weniger heißen Tagen, so der VCÖ. 144 Todesopfer und 16.298 Verletzte sei die Opferbilanz des Straßenverkehrs im meteorologischen Sommer 2025 gewesen. In den drei Monaten Juni, Juli und August starben im Schnitt um 65 Prozent mehr Menschen bei Verkehrsunfällen als im Monatsdurchschnitt der anderen Monate, die Zahl der Verletzten sei um 59 Prozent höher ausgefallen.
Konzentration sinkt, Stress und Aggression steigen
Ein Teil des Unfallanstiegs geht laut VCÖ auf die höhere Verkehrsdichte im Sommer zurück. Ab 30 Grad steigen laut ÖAMTC aber auch Stress und Aggressionen beim Autofahren, die Konzentration hingegen sinkt. Wer ein Fahrzeug lenkt, solle langsamer und besonders aufmerksam fahren, nicht telefonieren, auch nicht mit Freisprecheinrichtung, häufiger Pause machen und ausreichend trinken, appellierte der VCÖ. “Hitze belastet das Herz-Kreislaufsystem und führt zu reduzierter Konzentrationsfähigkeit. Auch schlafen zahlreiche Menschen schlechter, sind müder und reagieren gereizter. All das hat negative Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit, die Fahrfehler nehmen zu”, so VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.
Der ÖAMTC rät zu silberbeschichteten Folien: Außen an der Windschutzscheibe angebracht, senken sie die Innenraumtemperatur um zehn bis 15 Grad. Schattige Parkplätze reduzieren die Aufheizung zusätzlich und entlasten die Klimaanlage beim Wiedereinsteigen spürbar.