Mann soll 15-Jähriger 300 Euro für Sex geboten haben

Zuerst nahmen sie gemeinsam Drogen, dann bot er ihr Geld für Sex. Der 31-Jährige bestreitet die meisten Vorwürfe.
Als der 31-jährige Angeklagte sich hinsetzt, senkt er sofort den Kopf. Es wirkt, als müsse er sich sammeln. Für ihn ist es der zweite Verhandlungstermin. Ihm werden mehrere Taten zur Last gelegt, sowohl Drogen- als auch Sexualdelikte.
300 Euro für Sex
Der Angeklagte soll einer damals 15-Jährigen Cannabis und Kokain gegeben und mit ihr gemeinsam konsumiert haben. Dabei habe er plötzlich an ihre Brust gegriffen und ihr 300 Euro für Geschlechtsverkehr angeboten. Er gesteht, dass er der jungen Frau Cannabis überlassen und mit ihr konsumiert habe. Alle anderen Vorwürfe streitet er ab.
Der 31-Jährige behauptet, er habe nicht gewusst, dass die junge Frau jünger als 18 Jahre alt ist. Sie habe in einem Chat behauptet, sie sei volljährig. Diese Nachricht wurde über die Plattform Snapchat geschickt, wo Verläufe immer selbstlöschend sind. Außerdem haben sich die beiden laut ihm nur zum Abschied umarmt.
Die inzwischen 16-Jährige ist als Zeugin geladen. Während ihrer Einvernahme muss der Angeklagte den Verhandlungssaal verlassen. Sie sagt in aller Deutlichkeit: Beim ersten Treffen habe sie ihr wahres Alter genannt. Obwohl sich die junge Frau damit selbst belastet, gesteht sie den Konsum von Cannabis und Kokain. Den Griff an die Brust sowie das fragwürdige Angebot beschreibt sie ebenfalls.
Glaubwürdige Darstellung
Das Gericht erachtet die Darstellungen der jungen Frau als sehr glaubwürdig. Demgegenüber stehen in den Aussagen des Angeklagten mehrere Widersprüche und Ungereimtheiten. Richterin Franziska Klammer verkündet einen Schuldspruch und verhängt eine Strafenkombination: vier Monate Haft auf Bewährung sowie eine Geldstrafe von 3360 Euro (240 Tagessätze zu 14 Euro). Zudem muss der Angeklagte der 16-Jährigen 500 Euro bezahlen.
Mildernd wirken seine Unbescholtenheit, das teilweise Geständnis und dass Taten beim Versuch blieben. Das Zusammenkommen mehrerer Delikte wertet das Gericht erschwerend.
Alle Parteien verzichten auf Rechtsmittel. Das Urteil ist rechtskräftig.