Hitzewelle erreicht auch in Italien Höhepunkt

Die Hitzewelle in Italien erreicht ihren bisherigen Höhepunkt: Temperaturen von um die 40 Grad, Tropennächte und Dutzende Städte mit höchster Alarmstufe setzen Menschen und Natur massiv unter Druck. Während Notaufnahmen immer mehr hitzebedingte Patienten versorgen, schmelzen die Alpengletscher in alarmierendem Tempo, und Waldbrände breiten sich weiter aus.
Nach Angaben der Meteorologen werden die Temperaturen mindestens eine weitere Woche auf extremem Niveau bleiben. In den vergangenen 48 Stunden wurden bereits hohe Werte erreicht. In Teilen der Ebene des Flusses Po in Norditalien und im Landesinneren Mittelitaliens wurden örtlich mehr als 40 Grad gemessen.
Höchste Hitzewarnstufe
Das italienische Gesundheitsministerium rief für Montag in 25 von 27 überwachten Städten die höchste Hitzewarnstufe aus. Die extreme Belastung macht sich zunehmend in den Krankenhäusern bemerkbar. Nach Angaben der Italienischen Gesellschaft für Notfallmedizin (Simeu) ist die Zahl der Patienten in den Notaufnahmen der großen Städte im Vergleich zum Normalbetrieb um rund 15 Prozent gestiegen. Besonders betroffen sind ältere Menschen, vor allem Alleinlebende mit chronischen Erkrankungen, sowie Patienten mit psychischen Vorerkrankungen.
Auch in den Alpen verschärfte sich die Lage. Nach Angaben der Umweltschutzorganisation Legambiente liegen die Temperaturen in den Hochlagen derzeit zwei bis vier Grad über dem Mittel der Jahre 1991 bis 2020. Besonders kritisch ist die Situation an den Gletschern des Adamello, der Marmolada und des Mont Blanc. Fast alle der rund 900 in Italien erfassten Alpengletscher verlieren weiterhin an Masse. Mehr als 90 Prozent sind inzwischen auf weniger als einen halben Quadratkilometer Fläche geschrumpft. Allein der Adamello-Gletscher verlor innerhalb eines Jahres schätzungsweise zwölf Millionen Kubikmeter Wasser.
Waldbrandgefahr bleibt hoch
Parallel dazu bleibt die Waldbrandgefahr hoch. Im Piemont kämpfen Einsatzkräfte seit mehreren Tagen gegen ein Feuer, das bereits rund 40 Hektar Wald zerstört hat. Zwei Löschflugzeuge waren im Einsatz. Auch auf dem Karstgebiet bei Triest brannte es weiter. Wegen der starken Rauchentwicklung bereiteten sich die Behörden vorsorglich auf mögliche Evakuierungen vor. Ein weiterer Großbrand an der Küste der süditalienischen Provinz Tarent zerstörte mehrere Autos und löste unter Badegästen Panik aus. Als mögliche Ursache wird ein in Brand geratenes Elektroauto vermutet.
Entspannung ist laut Meteorologen zunächst nicht in Sicht. Lediglich ab dem 8. oder 9. August könnte es im Norden Italiens vereinzelt zu Gewittern kommen. Ob diese für nachhaltige Abkühlung sorgen, ist nach Einschätzung der Experten jedoch noch ungewiss.