Houthi verhängen Seeblockade gegen Saudi-Arabien

20.07.2026 • 19:22 Uhr
Houthi verhängen Seeblockade gegen Saudi-Arabien

Die Houthi-Rebellen im Jemen haben eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien verhängt und damit eine neue Front im Iran-Krieg eröffnet. Der Schritt weitet die Bedrohung für die weltweite Energieversorgung und den Handel über den Persischen Golf hinaus aus. Die Blockade gegen den “kriminellen saudi-arabischen Feind” basiere auf dem Prinzip “Auge um Auge” und trete mit sofortiger Wirkung in Kraft, teilten die Streitkräfte der mit dem Iran verbündeten Houthi am Montag mit.

Eine Stellungnahme Saudi-Arabiens lag zunächst nicht vor. Die Ölpreise stiegen nach der Ankündigung am Montag zunächst an, gaben dann aber wieder nach, weil Händler auf einen diplomatischen Durchbruch im Konflikt zwischen den USA und dem Iran hofften. Eine vollständige Schließung der Meerenge Bab al-Mandab am südlichen Zugang zum Roten Meer würde die saudi-arabischen Ölexporte nach Asien stoppen und könnte das weltweite Ölangebot um sieben Prozent verringern. Dies würde die Ausfälle durch den Krieg der USA und Israels gegen den Iran verschärfen, der das globale Angebot bereits um zehn Prozent reduziert hat. Selbst wenn keine Schiffe angegriffen würden, dürfte allein die Drohung die Schifffahrt beeinträchtigen und für Unsicherheit sorgen, erklärte der jemenitische Analyst Mohammed Al-Basha.

Laut Insider Vorschlag für Feuerpause

Die Houthi begründeten die Blockade mit der seit Jahren andauernden “ungerechten und erdrückenden Belagerung” des Jemen durch Saudi-Arabien. Bereits in der vergangenen Woche hatten die Rebellen Raketen auf das Königreich abgefeuert. Sie warfen Riad vor, einen unter ihrer Kontrolle stehenden Flughafen bombardiert zu haben, womit eine vierjährige Waffenruhe gebrochen worden sei. Die Houthi hatten Ende 2014 die jemenitische Regierung gestürzt. 2015 schaltete sich Saudi-Arabien an der Spitze einer Militärallianz in den Konflikt ein. Der Krieg hat eine der schwersten humanitären Krisen weltweit ausgelöst.

Trotz der Eskalation gibt es Anzeichen für diplomatische Bemühungen. Einem hochrangigen iranischen Insider zufolge hat Teheran von Vermittlern den Vorschlag für eine zehntägige Feuerpause erhalten, um ein im vergangenen Monat mit den USA geschlossenes Interimsabkommen zu retten. Gleichzeitig setzten sich die gegenseitigen Angriffe fort. Die USA flogen die neunte Nacht in Folge Luftangriffe auf iranische Städte, um nach eigenen Angaben die Fähigkeiten des Landes zu Angriffen auf Handelsschiffe zu schwächen. Die iranische Revolutionsgarde (IRGC) erklärte ihrerseits, sie habe US-Militäranlagen in Kuwait, Jordanien und Syrien mit ballistischen Raketen beschossen. Zudem seien in der Straße von Hormuz zwei Öltanker explodiert.