“Ich bin kein Zauberer” – Glasner-Einstand in Nottingham

Coach Oliver Glasner hat diese Woche bei seinem neuen Fußball-Club Nottingham Forest mit dem Training begonnen. Donnerstagnachmittag gab der Oberösterreicher sein mediales Stelldichein beim englischen Premier-League-Club. “Ich bin kein Zauberer”, erklärte Glasner auf die Frage, was die Forest-Fans von ihm erwarten könnten. Über Clubbesitzer Evangelos Marinakis meinte er, dieser sei “eine der wenigen Personen, die noch ehrgeiziger ist als ich. Und das ist ziemlich schwierig”.
Bei seiner ersten Forest-Pressekonferenz erzählte Glasner, dass er nach seinem Ende bei Crystal Palace von vielen Vereinen kontaktiert worden sei. Vieles habe er verworfen, “weil mein Ziel in erster Linie darin bestand, in der Premier League zu bleiben. Ich hatte tolle Gespräche mit dem Eigentümer”. Er sei nach Athen zu einem Abendessen gereist und habe über die Ambitionen von Nottingham gesprochen. “Es gibt einen sehr talentierten Kader, in dem meiner Meinung nach viel Potenzial steckt, dazu ein sehr ehrgeiziger Eigentümer. Ich dachte, das könnte eine ziemlich spannende Reise werden.”
Gemeinsame Vision wichtig
Für ihn sei das Wichtigste, “eine gemeinsame Vision, bei der wir alle dasselbe Ziel für den Verein anstreben”, sagte der 51-Jährige. Das sei in den Gesprächen mit Marinakis der Fall gewesen. Dass in der Vorsaison, die Forest nur auf Rang 16 abgeschlossen hatte, gleich vier Trainer verbraucht wurden, ließ Glasner offenbar kalt. “Das gehört nun mal zum Job dazu. Ich weiß, dass im Fußball vieles passieren kann, aber ich unterschreibe nie einen Vertrag und denke dabei daran, entlassen zu werden. Ich denke, was müssen wir tun, um als Mannschaft erfolgreich zu sein? Das sind meine einzigen Gedanken.”
Zu Zielen wollte sich Glasner nicht konkret äußern. “Man spricht doch nicht über das Endprodukt, wenn man die Zutaten noch nicht kennt. Wir versuchen jetzt, in jedem einzelnen Bereich die richtigen Zutaten zu finden. Und dann erhalten wir hoffentlich ein großartiges Gericht.” Entscheidend sei, “was wir leisten. Wir haben vor zwei Tagen mit dem Training begonnen. Der erste Eindruck ist sehr positiv. Es ist eine großartige Gruppe, einige genießen noch ihre wohlverdiente Pause. Sobald wir komplett sind, fangen wir an, eine sehr gute Mannschaft aufzubauen.”
Harte Arbeit wartet
Der einstige LASK-Trainer erwartet zudem noch einige Kaderverstärkungen, erst danach wolle er sich mit der Systemfrage bei seiner neuen Elf beschäftigen. Er sei nun dabei, alle Spieler kennenzulernen, deren Stärken und Schwächen. “Das System wird von den Spielern abhängen, wo sie sich am wohlsten fühlen.” Er sei aber kein Zauberer. “Es gibt keinen Knopf, den wir auf dem Rücken oder Bauch eines Spielers drücken könnten, um plötzlich die Premier League zu gewinnen. Es ist wirklich harte Arbeit, wieder eine gemeinsame Spielweise zu finden und einen großartigen Teamgeist zu schaffen, bei dem jeder mitmacht. Das ist die Grundlage für den Erfolg. Damit haben wir angefangen.” Dass Potenzial da sei, habe die Mannschaft jedenfalls mit dem Halbfinaleinzug in der Europa League bewiesen.