Inklusion und Jazz: Tiroler “Outreach” geht in nächste Runde

20.07.2026 • 05:00 Uhr
Inklusion und Jazz: Tiroler "Outreach" geht in nächste Runde

Facettenreiche Musik und gelebte Inklusion will das von Österreichs US-Jazzexport Franz Hackl ins Leben gerufene Musikfestival “Outreach” im Tiroler Schwaz heuer in seiner 34. Auflage vom 30. Juli bis 16. August bieten. Die Besucher würde ein umfangreiches Programm mit 30 Konzerten auf sieben verschiedenen Bühnen erwarten. Das diesjährige Motto “Breathe in. YOU BELONG. You’re in.” stehe sinnbildlich für das “aufeinander Zugehen und Eingehen”, so Hackl im APA-Gespräch.

Das Festival stelle eine “offene Plattform” dar, die Musiker in all ihren Facetten zusammenbringen möchte. Im Zentrum stehe vor allem der Jazz, dieser soll aber stilistisch nicht einengen, sondern Raum für Vielfalt lassen, erklärte Hackl. Für den Festivalkopf und Gründer hat der Name “Outreach” eine doppelte Bedeutung: “Es bedeutet die Hand entgegenzustrecken, aber auch weiter darüber hinauszugehen und besser zu werden.” Dies wolle man jedes Jahr nach außen tragen. Dabei sei ihm wichtig, auch jüngere Generationen einzubinden, um das Festival “frisch zu halten”, meinte der seit mehr als 30 Jahren einen Großteil des Jahres in New York lebende Schwazer.

Main Stage-Konzerte als Mittelpunkt

Den Mittelpunkt des Festivals bilden die Main Stage-Konzerte im Veranstaltungszentrum “SZentrum”, welche als einzige nicht kostenlos sind. Von 6. bis 8. August werden dort drei Abende lang internationale Musikgruppen auftreten. Eröffnet werden die Main Stage-Konzerte von Hackl und dem Outreach-Orchester. Zu den Hauptacts gehören unter anderem der britische Saxophonist Iain Ballamy sowie Pianist und Komponist Vadim Neselovskyi mit deren Band. Mit dem Nils Kugelmann Trio und Sweetlife sind auch preisgekrönte Nachwuchskünstler aus dem deutschsprachigen Raum vertreten.

Die Schaufensterkonzerte im Musikinstrumente-Laden von hacklmusic sind vorwiegend von österreichischen Bands geprägt. In der Werkstatt findet auch die Outreach Academy ihren Platz. Sie bietet Interessierten – egal, ob mit oder ohne Musikerfahrung – Einblicke hinter die Kulissen der Musik- und Konzertwelt. Gemeinsam mit Musikern, die als Mentoren fungieren, werde reflektiert und musiziert. “Die Academy spiegelt auch unser Motto für Inklusion und Offenheit wider”, betonte Hackl. Für weitere musikalische Impulse würden zudem Konzerte im Mathoi Haus und Garten sorgen.

Neues Projekt “Tu Felix Austria nube”

Eine Neuheit im diesjährigen Programm stellt das Projekt “Tu Felix Austria nube” (deutsch: du glückliches Österreich, heirate) dar, welches der Jazzmusiker zusammen mit seiner Schwester geschaffen hat. Damit soll den Habsburger Frauen Tribut gezollt werden, hieß es. Die Performance, die eine Kombination aus Musik, Schauspiel und bildnerischer Kunst darstellt, lasse historischen Raum entstehen. Zu sehen sein wird das Projekt am 2. August im Grafenstadl.

Festival auch in Zukunft gesichert

“Das Outreach-Festival entwickelt sich homogen. Es hat sich gezeigt, dass immer mehr Menschen sich dafür interessieren. Daher möchten wir möglichst viel Raum für viele Menschen schaffen”, so Hackl rückblickend auf die Entwicklung des Festivals. Begonnen habe er 1993 mit 10.000 Schilling. Auch wenn sich die finanzielle Lage in den vergangenen Jahren verschärft habe, sei das Festival durch starke und langjährige Partner gut gesichert. Vor allem die steigenden Kosten hätten die Gesamtsituation aber nie einfach gemacht. Man dürfe aber auch 2027 wieder mit dem Outreach-Festival rechnen.

Zwischen New York und Schwaz

Auch abseits des Festivals ist Hackl umtriebig wie eh und je. Erst vergangenes Jahr war ein Musikalbum des puerto-ricanischen Rappers Residente mit einem Grammy ausgezeichnet worden, zu dem der Tiroler mit seinen beigesteuerten Trompetenstücken maßgeblich beitrug. Aktuell spielt Hackl mehrmals pro Woche einige Konzerte mit verschiedenen Bands in New York. In naher Zukunft werde er aber wieder häufiger in Schwaz anzutreffen sein, kündigte der Jazz-Trompeter, der trotz seines Lebensmittelpunktes New York Schwaz stets treu blieb, an. “Ich werde temporär rund 40 Prozent des Jahres wieder in Österreich sein”, sagte der Musiker. In dieser Zeit möchte er seinen Vater unterstützen und stärker die familieneigene Instrumentenwerkstatt samt Tagesgeschäft betreuen.

(S E R V I C E – )