Iran bezeichnet US-Wirtschaftsdruck als wirkungslos

26.08.2026 • 17:04 Uhr
Iran bezeichnet US-Wirtschaftsdruck als wirkungslos

Knapp sechs Monate nach Beginn des Iran-Kriegs hat Teheran den verschärften wirtschaftlichen Druck der USA auf das Land als wirkungslos bezeichnet und Bedingungen für eine Öffnung der Straße von Hormuz gestellt. Präsident Masoud Pezeshkian sagte am Mittwoch, Washington werde mit wirtschaftlichem Druck “nichts erreichen”. Der Iran und der Oman verhandelten unterdessen über einen vorläufigen Schifffahrtskorridor in der Straße von Hormuz.

“Mit ihrem wirtschaftlichen Druck werden die USA in dieser Phase nichts erreichen, so wie sie auch im Krieg nichts erreicht haben”, sagte Präsident Pezeshkian nach Angaben der Nachrichtenagentur ISNA. Der Iran werde dem wirtschaftlichen Druck weiterhin widerstehen. Grundsatz seines Landes sei es zugleich, Probleme “durch Austausch und Verhandlungen” zu lösen.

US-Finanzminister Scott Bessent hatte am Montag eine “wirtschaftliche Erstickung” des Iran angekündigt. Verschärfte Sekundärsanktionen sollen auch ausländische Geschäftspartner Teherans treffen und unter anderem die Bereiche Gold, Technologie, digitale Vermögenswerte, Luftfahrt und Schifffahrt erfassen. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor einen umfassenden “Wirtschaftskrieg” gegen den Iran angekündigt.

Im Zentrum des Konflikts bleibt die durch den Iran weitgehend blockierte Straße von Hormuz. Der Iran und Oman beraten weiterhin über einen vorläufigen gemeinsamen Schifffahrtskorridor und ein gemeinsames Projekt zur Minenräumung. Omans Außenminister Badr al-Busaidi äußerte die Hoffnung, einen solchen Korridor “bald” verkünden zu können. Anschließend sollen Verhandlungen über einen dauerhaften Korridor und die künftige Verwaltung der Meerenge folgen.

Gespräche zu Hormuz

Nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden vom Mittwoch wurden bei den Gesprächen bereits Vereinbarungen über die jeweiligen Anteile des Iran und des Oman an den Gewässern der Straße von Hormuz sowie an den Einnahmen aus der Durchfahrt erzielt. Revolutionsgarden-Sprecher Hossein Mohebi warf den USA zugleich vor, den Abschluss einer Vereinbarung zu “behindern”.

Ein Durchbruch in dem Konflikt zeichnet sich jedoch nicht ab. Teheran verlangt vor einer vollständigen Öffnung der Meerenge, dass Washington seine Verpflichtungen erfüllt, den Krieg beendet und die Seeblockade iranischer Häfen aufhebt. Vize-Außenminister Kazem Gharibabadi forderte zudem eine Regelung der Lage im Jemen. Die Revolutionsgarden erklärten, kein Schiff könne die Straße von Hormuz ohne iranische Erlaubnis passieren.

Gharibabadi wies zugleich Trumps Angaben zurück, wonach die US-Marine alle Minen in den internationalen Gewässern der Meerenge beseitigt oder gesprengt habe. Dies sei eine “Propaganda-Täuschung”, erklärte er und drohte, US-Minenräumboote ins Visier zu nehmen, sollten sie in das Gebiet gelangen.

Vor dem Krieg verlief rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte durch die Straße von Hormuz. Seit Teheran die Meerenge Anfang März weitgehend schloss, ist der Schiffsverkehr eingebrochen. Washington verhängte seinerseits eine Seeblockade iranischer Häfen. Mehrere Verhandlungsrunden brachten bisher keine dauerhafte Einigung, eine zwischenzeitliche Waffenruhe brach im Juli zusammen.