Israel kündigt Libanon-Gespräche in Rom an

Der israelische Außenminister Gideon Saar hat für die nächste Woche eine neue Runde von Friedensgesprächen mit dem Libanon in der italienischen Hauptstadt Rom angekündigt. “Vor weniger als zwei Wochen haben Israel, der Libanon und die USA ein historisches Rahmenabkommen erreicht”, sagte Saar am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem deutschen Außenminister Johann Wadephul in Jerusalem. “Diese Gespräche sollen nächste Woche in Rom (…) fortgesetzt werden.”
Der italienische Außenminister Antonio Tajani bestätigte die Gespräche in der italienischen Hauptstadt. “Wir begrüßen mit Freude die Ankündigung, dass die nächste Gesprächsrunde zwischen Israel und Libanon unter Vermittlung der USA in Rom stattfinden wird”, erklärte er im Onlinedienst X. Einem Sprecher des Ministeriums zufolge werden die Gespräche auf Botschafterebene am 15. und 16. Juli stattfinden.
Libanon stellt laut Kreisen Bedingungen für Teilnahme
Der Libanon stellt nach Angaben aus Diplomatenkreisen Bedingungen für seine Teilnahme an den Römer Gesprächen. Der Libanon fordere Israels Rückzug aus “zwei Pilot-Zonen” im Süden des Landes als Voraussetzung für seine Teilnahme an den Gesprächen am Mittwoch und Donnerstag kommender Woche in Rom, erfuhr AFP am Mittwoch aus libanesischen Diplomatenkreisen.
Demnach habe Israel den Gesprächen auf Botschafterebene in Rom rasch zugestimmt, um den “Druck zu reduzieren”, den die USA auf ihren Verbündeten ausgeübt hatten, um eine Waffenruhe und ein Rahmenabkommen zu erreichen. Die geplanten Gespräche in Rom wären die sechste Runde direkter Verhandlungen zwischen Israel und dem Libanon. Die bisherigen Gespräche hatten unter Vermittlung der USA in Washington stattgefunden.
Knackpunkt Hisbollah
Israel und der Libanon befinden sich seit 1948 im Kriegszustand. Ende Juni hatten sie unter Vermittlung der USA ein Rahmenabkommen unterzeichnet, um den Weg für einen Frieden zwischen beiden Ländern zu ebnen. Das Abkommen macht einen Rückzug Israels aus den besetzten libanesischen Gebieten davon abhängig, dass Beirut die vom Iran unterstützte, libanesische Hisbollah-Miliz entwaffnet.
Die Hisbollah, die im Libanon auch ein maßgeblicher, politischer Faktor ist, hatte nach dem Beginn des Iran-Krieges vom Libanon aus Israel mit Raketen angegriffen. Israel reagierte darauf mit Angriffen im Libanon und einer Bodenoffensive.