Jason Momoas deutsche Stimme klagt Netflix

In der Debatte über umstrittene KI-Vertragsklauseln für Synchronstimmen will ein deutscher Sprecher Klage gegen den Streamingriesen Netflix einreichen. Matti Klemm – die deutsche Stimme der US-Schauspieler Jason Momoa und Mahershala Ali – macht die Verletzung seines Persönlichkeitsrechts und seiner Urheber- und Datenschutzrechte geltend, wie der Verband Deutscher Sprecher:innen (VDS) mitteilte.
Bei dem Fall geht es den Angaben zufolge um eine Datenauskunft an Klemm von Netflix. Aus dieser soll angeblich hervorgehen, dass der Konzern bereits in der Vergangenheit und ohne Klemms Wissen und Einwilligung mit seinen persönlichen Sprachaufnahmen KI-Systeme trainiert habe. Gefragt wurde Klemm seinem Anwalt zufolge nicht, auch habe er keine Bezahlung erhalten.
Netflix teilte auf dpa-Anfrage mit, die aktuellen Diskussionen ernstzunehmen und verwies auf eine Vereinbarung, die das Unternehmen im vergangenen Jahr mit dem Bundesverband Schauspiel (BFFS) zu KI getroffen habe. “Die Nutzung von KI durch Netflix erfolgt im Einklang mit geltendem Recht”, hieß es weiter. Ein Netflix-Sprecher sagte dazu: “Die Vereinbarungen, die Netflix im vergangenen Jahr proaktiv mit dem Bundesverband Schauspiel (BFFS) zu KI getroffen hat, zeigen, dass uns der Schutz der Sprecherinnen und Sprecher wichtig ist.” Dazu gehöre unter anderem die Vorgabe, dass die Nutzung einer mittels KI generierten Nachbildung einer Stimme nur mit ausdrücklicher und gesonderter Zustimmung der betroffenen Sprecherinnen und Sprecher erfolgen dürfe.