Kampagne für bessere Wohnungsbeschriftungen gestartet

09.09.2026 • 12:48 Uhr
Kampagne für bessere Wohnungsbeschriftungen gestartet

In einer gemeinsamen Pressekonferenz haben Feuerwehr, Rotes Kreuz, Post sowie Städte- und Gemeindebund am Mittwoch die Bevölkerung zur Überprüfung ihrer Wohnungsbeschriftungen aufgefordert. In einem Notfall verlieren Rettungskräfte entscheidende Minuten, weil Hausnummern nicht sofort sichtbar sind oder ganz fehlen. Monika Stickler vom Roten Kreuz appellierte, zu schauen: “Wenn Sie bei der Tür hinausgehen, würden Sie sich finden, wenn jemand Sie sucht?”

Die Bevölkerung kann simple Maßnahmen ergreifen, um Rettungskräften im Ernstfall die Arbeit zu erleichtern: “Eine gut sichtbare Hausnummer, beschriftete Klingeln und klare Beschriftungen sind die einfachste Lebensversicherung der Welt”, so Feuerwehrvizepräsident Günter Trinker. Die Organisationen bitten Hausbesitzer, Hausnummern aus der Entfernung und allen Richtungen gut sichtbar zu machen. Die Haustürglocke ist zumindest mit Nachnamen zu beschriften, bei Mehrparteienhäusern sollen Bewohner auch die Türnummer und gegebenenfalls das Stockwerk angeben. Auch die Wohnungstür soll zumindest mit den Nachnamen aller Wohnungsbewohner beschriftet werden. Nach dem Absetzen des Notrufs appellieren die Rettungsdienste, alle Türen zu öffnen, Lichter aufzudrehen und falls möglich Einweiser zur ersten Türe zu senden.

Kampagne brachte in Tirol bereits deutliche Verbesserungen

Auch für den Schriftverkehr der Behörden sind eindeutige Wohnungsbeschriftungen wichtig. Nicht zustellbare Sendungen verursachen zusätzlichen Verwaltungsaufwand, so Städtebund-Generalsekretär Thomas Weninger. Korrekte Beschriftungen retten im Ernstfall Zeit und machen auch die Arbeit der Gemeinden einfacher und verlässlicher. Dominik Nagel von der Österreichischen Post verwies zudem auf eine regionale Durchführung des Projekts im Jahr 2023. Alle Partnerorganisationen berichten von deutlichen Verbesserungen bei der Auffindbarkeit der Adressen seit der Kampagne, die nun österreichweit umgesetzt wird.

In einer separaten Aussendung zum Welttag der Ersten Hilfe mahnte der Bundeschefarzt des Samariterbundes, Dr. Michael Gruska: “Erste Hilfe ist keine freiwillige Entscheidung, sie ist gesetzlich vorgeschrieben! Die entscheidende Frage ist: Wären Sie im Ernstfall tatsächlich in der Lage, richtig zu helfen?” Deswegen fordert die Organisation die Bevölkerung dazu auf, ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse aufzufrischen. Mit jeder Minute ohne Wiederbelebung sinke bei einem Atem-Kreislauf-Stillstand die Überlebenswahrscheinlichkeit um zehn Prozent, warnt das Rote Kreuz. Auch deswegen zähle im Notfall jede Minute.