Kanzler Stocker besichtigte Rheinmetall-Standort in Wien

15.09.2026 • 16:50 Uhr
Kanzler Stocker besichtigte Rheinmetall-Standort in Wien

Hoher Besuch in der Rheinmetall-Niederlassung in Wien-Liesing: Bundeskanzler Christian Stocker und Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (beide ÖVP) haben dem Werk am Dienstag einen Besuch abgestattet. In diesem werden Militär-Lkw für den Weltmarkt gefertigt. Der Standort soll in den kommenden Jahren noch weiter wachsen, wie Konzern-CEO Armin Papperger den Gästen erläuterte.

Die Rheinmetall MAN Military Vehicles GmbH (RMMV) ist innerhalb des Rheinmetall-Konzerns jene Gesellschaft, die für die Entwicklung und Produktion militärisch-logistischer Radfahrzeuge zuständig ist. Die Niederlassung in Liesing ist laut dem Unternehmen das größte Produktionswerk. Zu den mehr als 50 Kundenländern zählen neben Deutschland und Österreich etwa Großbritannien, Australien, Norwegen, Schweden oder Singapur.

Bis zu 4.500 Fahrzeuge jährlich

Pro Jahr verlassen 4.000 bis 4.500 Lkw den Standort, an dem laut Rheinmetall seit 120 Jahren Lastwagen produziert werden. Das Areal, das rund 95.000 Quadratmeter umfasst, ist so groß wie der Wiener Stadtpark. Rund 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind derzeit in Liesing beschäftigt.

Die Zahl dürfte sich angesichts der guten Auftragslage in den kommenden Jahren noch erhöhen, nämlich auf bis zu 1.700 Personen, wie Vorstandschef Pappberger ausführte. Auch bei den Umsätzen wird ein Wachstum angepeilt. Von aktuell 1,5 Mrd. Euro sollen sie auf 2 Mrd. Euro klettern, umriss er das Ziel.

“Dieses Werk hat sich in den letzten Jahren wahnsinnig entwickelt”, sagte der CEO. Langfristige Verträge würden auch günstige Prognosen für die Zukunft ermöglichen. Laut dem Rheinmetall-Chef gehen mehr als 90 Prozent der in Wien gefertigten Fahrzeuge in den Export.

Kanzler: Antwort auf Bedrohungen nötig

Bundeskanzler Stocker verwies darauf, dass das Werk in mehrfacher Hinsicht bedeutend sei, wie er befand. Zum einen sei es nötig, auf Kriege und hybride Bedrohungen eine Antwort zu finden. Europa und Österreich müssten für sich selbst sorgen. Das Bundesheer sei hier ein starker Partner. Dessen Verteidigungsfähigkeit müsse gestärkt werden.

“Es muss uns bewusst sein, dass unsere Infrastruktur anfällig ist und geschützt werden muss”, sagte der Kanzler. Zudem sei der Standort auch von Bedeutung für Wirtschaft und Arbeitsmarkt. Hier würden etwa mehr als 70 Lehrlinge ausgebildet.

Die Delegation – der auch der designierte Bundesheer-Generalstabschef Harald Vodosek angehörte – absolvierte einen Rundgang durch die Fabrik. Zu sehen waren dabei nicht nur die diversen Fertigungslinien, sondern auch Fahrzeuge des Bundesheeres, die in Liesing das Licht der Welt erblickten. Ausgestellt war auch die vom Konzern für das Bundesheer gefertigte Skyranger-Flugabwehrkanone. Sie wird jedoch nicht in Wien, sondern in der Schweiz produziert.