KHM kündigt frei gestellte Ambras-Chefin mit Jahresende

10.07.2026 • 13:22 Uhr

Der arbeitsrechtliche Konflikt zwischen der Führung des Kunsthistorischen Museums (KHM) und der seit Ende März dienstfrei gestellten Direktorin des Innsbrucker Schlosses Ambras, Veronika Sandbichler, geht in die nächste Runde. Wie die “Tiroler Tageszeitung” am Freitag berichtete, wurde Sandbichler nun per Jahresende gekündigt. Laut Anwalt wird die Betroffene dies “selbstverständlich anfechten”. Das KHM kündigte unterdessen eine “Executive Summary” zum internen Gutachten an.

Im KHM-Verband bestätigte man der APA die Kündigung und wollte dem darüber hinaus nichts hinzufügen. Sandbichlers Anwalt Martin Maxl teilte mit, dass seine Mandantin “über den Ausspruch der Kündigung noch vor Beginn der vom KHM-Museumsverband angekündigten Gespräche über eine einvernehmliche Auflösung ihres Dienstverhältnisses erstaunt” sei. Abseits der Kündigung begrüße er die Möglichkeit, “in einem rechtsförmlichen und öffentlichen Gerichtsverfahren vor einem unabhängigen Gericht zu klären, ob die übereinstimmenden Berichte zahlreicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über ein toxisches Führungsverhalten der Geschäftsführung des KHM-Museumsverbandes zutreffen oder nicht”.

“Executive Summary” zu KHM-Gutachten angekündigt

Der öffentlich ausgetragene Streit zwischen Wien und Tirol – Schloss Ambras ist Teil des KHM-Verbands – wütet nun schon seit Monaten. Im März hatte Sandbichler der KHM-Führung “toxische Führungskultur” vorgeworfen, kurz darauf wurde sie dienstfrei gestellt. Generaldirektor Jonathan Fine selbst übernahm interimistisch. Mitte Juni entlastete ein externes, bis dato nicht öffentlich zugängliches Gutachten von Arbeitsrechtsexpertin Sieglinde Gahleitner Fine und dessen Geschäftsführungskollegen Paul Frey, wonach kein Mobbing oder Bossing zu erkennen sei.

Das KHM teilte der APA nun mit, dass die Erstellung und Veröffentlichung einer “Executive Summary” von Gahleitners Gutachten geplant sei. Diese Kurzversion soll so gefasst sein, dass etwa die Persönlichkeitsrechte gewahrt bleiben. Dass Auskunftspersonen ihre Aussagen in der Annahme getätigt hätten, dass diese anonym und absolut vertraulich behandelt würden, war stets das zentrale Argument gewesen, warum der Untersuchungsbericht zu den Vorwürfen nicht veröffentlicht werden könne. Einen Zeitrahmen bis zur Fertigstellung der “Executive Summary” konnte ein KHM-Sprecher noch nicht nennen.

Fine will interimistische Leitung schon vor Jahresende abgeben

Fine hatte erst vor rund zwei Wochen am Rande einer Ausstellungseröffnung auf Ambras gemeint, Sandbichler habe im Zuge von inhaltlichen Auseinandersetzungen das Dienstverhältnis beenden und “drei Jahresgehälter wollen”. Als sie diese “nicht bekommen hat”, habe sie “diese mediale Geschichte losgetreten”, so die Sicht des KHM-Chefs. Man könne die neue Leitung des Museumsstandorts erst ausschreiben, sobald es mit Sandbichler “eine Lösung gibt”, sagte er damals.

Laut “TT” soll die Ausschreibung nun im Laufe des Sommers erfolgen. Fine selbst will demnach aber schon vor dem Amtsantritt der künftigen Leitung mit Jahresbeginn 2027 die interimistische Leitung an eine Person aus dem bestehenden Mitarbeiterstab abgeben.