Kickl ging den Coronaweg

Nach Corona ist vor Corona – zumindest für Herbert Kickl. Im Rahmen seiner Herbsttour wanderte der FPÖ-Obmann Freitagnachmittag mit jenen Menschen durch Wien, mit denen er sich zu Lockdown-Zeiten solidarisiert hatte. Vor dem Spaziergang entlang des Wiener Liesingbachs machte er seinen Fans zugleich Hoffnung, dass er das Thema weiter am Köcheln halten werde, nämlich im Rahmen eines kommenden Untersuchungsausschusses. “Das wird eine Grillerei werden”, versprach Kickl.
Zu den Fakten: Rund sieben Kilometer durch den Wiener Bezirk Liesing bis zu einem Heurigen in Perchtoldsdorf führte die Stadtwanderung. An die 250 Menschen waren dem Ruf des FPÖ-Chefs im Rahmen des blauen “Heimatherbstes” gefolgt, an die zwei Stunden wurde spaziert. Dabei war die “Liesingbachwanderung” nicht zufällig gewählt worden. Diese habe ihre “Wurzeln in der Coronazeit”, so Kickl. Nun marschiere man “in Richtung Systemwechsel”.
“Ich freue mich jetzt schon riesig, dass in Bälde der Corona-Ausschuss startet”, machte Kickl, der sich bereits damals unter den harten Kern der Maßnahmengegner gemischt hatte, Hoffnung. Dass diesmal nicht unbedingt ein Dreitausender ruft, war ihm dabei klar, aber: “Es muss nicht immer ein hoher Berg sein, es muss nicht immer eine Felswand sein, es muss nicht immer der Wienerwald sein. Das geht auch hier.”
Diverse Runde
Es war nicht unbedingt der ideologische Kern der FPÖ-Wählerschaft, der sich beim Start in Alterlaa zusammengefunden hatte. Die Runde der Maßnahmengegner ist nach wie vor divers, darunter auch Künstlerinnen, bekennende Linke, Gemeindebaubewohner. Und dementsprechend galten die Sorgen nicht dem Klimawandel, der den Liesingbach zu einem Rinnsal verwandelt hat, sondern Steuern und Rekord-Benzinpreisen. Auch ORF-Stiftungsrat Peter Westenthaler marschierte mit.
Entlang des Bachs eskortiert wurde die Gruppe von Polizisten auf Fahrrädern, über das Tempo der “Mammutwanderung”, wie es bei der Ankunft in einem Heurigen hieß, waren die meisten überrascht: Die angekündigten zweieinhalb Stunden hatte man um 30 Minuten unterboten. Zum Empfang gab es Säcke mit Kartoffeln und ein Transparent: “Auf dem Weg Richtung Volkskanzler.”
SPÖ-Führungsdebatte “wurscht”
Dass sich Kickl angesichts der eigenen Umfragewerte recht wenig um die Probleme der Mitbewerber schert, hatte er bereits beim Ausgangspunkt der Wanderung klargestellt: “Uns kann’s wurscht sein, was bei den Sozialisten herauskommt”, meinte er zur SPÖ-Führungsdebatte. “Wir gehen unseren Weg schnurgerade weiter.”