Kickl predigte bei Hartberger FPÖ-Frühschoppen “Remigration”

04.10.2026 • 15:10 Uhr
Kickl predigte bei Hartberger FPÖ-Frühschoppen "Remigration"

FPÖ-Bundesparteiobmann Herbert Kickl hat am Sonntag beim traditionellen Frühschoppen der FPÖ Steiermark beim Hartberger Oktoberfest in der Oststeiermark einmal mehr “Remigration” als eine seiner Visionen für ein künftiges Österreich gepredigt: “Lasst euch von niemandem einreden, dass Remigration etwas Unanständiges ist”. Nur ein “Systemwechsel kann unser Land noch retten; mit einem Volkskanzler an der Spitze”, so der Freiheitliche mit Blick auf die nächste Nationalratswahl.

Wie schon in den vergangenen Jahren gehört der FPÖ-Frühschoppen im Oktoberfestzelt in Hartberg samt Besuch des Parteiobmanns fix zum politischen Herbst der Freiheitlichen. Vor rund 3.500 Gästen im vollen Zelt spielten zunächst die Pagger Buam unter anderem mit “Böll böll Kernöl” und die John Otti Band mit “Immer wieder Österreich” auf, dann folgte der Einzug von Kickl zusammen mit der blauen steirischen Landesspitze, allen voran Landeshauptmann Mario Kunasek.

Österreich “auf Vordermann bringen”

Kunasek, der nach seinen zuletzt guten Umfragewerten äußerst locker auftrat, blieb einmal mehr bei gemäßigten Worten, mahnte aber vor einer Gefahr durch den “politischen Islam”: Für jene, die mit “unseren Werten” ein Problem hätten, müsse es heißen: “Ab, gute Reise.” Für den Koalitionspartner auf Landesebene, der ÖVP, gab es vom Landeshauptmann Lob, es werde nicht gestritten, sondern es gebe “Arbeit, Arbeit, Arbeit und es funktioniert” – nachdem die ÖVP gemerkt habe, dass “die heilige Ordnung” nach der Landtagswahl 2024 nicht mehr da war. Kunasek plädierte an alle, wählen zu gehen: “Wir können alles schaffen, nicht nur den Landeshauptmann. Wir können auch Österreich auf Vordermann bringen.”

Mit dieser Überleitung und zu Tina Turners “The Best” schritt anschließend Kickl für seine Rede auf die Bühne – begleitet von geschwenkten Österreich-Fahnen und “Herbert”-Chören der Gäste. Er meinte, die “wirkliche Volkspartei ist hier”. Es folgten einige Witze über ÖVP-Bundesparteiobmann Christian Stocker wie auch Andreas Babler von der “Selbsthilfegruppe Sozialpartei”, die einen “Obmann verzweifelt” suche und wo gerade “High Noon” sei: “Ich bin schon gespannt, was herauskommt.”

Bevorstehende “Schicksalswahl”

Kickl präsentierte sich als gar nicht so gefährlich, wie von so manchen Politologen offenbar dargestellt: “Ich stelle fest, dass ihr euch nicht vor mir fürchtet. Es hieß, ich sei der gefährlichste Politiker. Na gut, dann soll es so sein, aber nicht für euch, nicht für meine Landsleute”, sondern für jene, “die unseren Wohlstand verludern und unsere Heimat stehlen”. Die Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung seien “ein Witz”, der Strompreis sei trotz Strompreisbremse um 50 Prozent teurer als im Vorjahr und die Spritpreisbremse “musst du bei der Tankstelle mit der Lupe suchen”.

Die kommende Nationalratswahl sei nun eine “Schicksalswahl”: “Wenn wir zusammenhalten, wird das ein Durchmarsch und wir haben den Volkskanzler”, so Kickl zuversichtlich. Er zeichnete ein Bild seines Österreich der Zukunft: “Wir brauchen eine Festung Österreich” und er will der “unattraktivste Asylstandort in ganz Europa” werden.

Er wolle “ein Land, wo Dunkelheit keinem Angst macht, ein Land, das selbst entscheidet, wer zu uns darf oder wer heim muss”. Er wolle wieder ein “Gefühl der Geborgenheit” haben und ein Land, in dem man “im Wirtshaus am Stammtisch oder auch an der Universität schreiben und sagen kann, was man will – ohne Zensur”. So werde es sein, wenn die Freiheitlichen in Österreich regieren, so das von ihm skizzierte Bild. Der “Eintritt in die neue Ära und in die guten Jahre” sei nur noch eine Nationalratswahl entfernt: “Wir müssen nur noch stärker werden.” Zum Schluss gab es Applaus und wieder “Herbert”-Chöre – gefolgt von der steirischen Landes- und der österreichischen Bundeshymne.