Kika/Leiner-Ende jährt sich zum ersten Mal

Am 29. Jänner 2025 endete nach 115 Jahren die Firmengeschichte der ehemals größten Möbelkette Österreichs. Kika/Leiner sperrte vor einem Jahr die am Ende verbliebenen 17 Standorte zu. Der Eigentümer der Kika/Leiner-Immobilien, die Grazer Supernova-Gruppe, verkaufte bisher 22 von 37 ehemaligen Kika/Leiner-Immobilien. Eine Gesellschaft der XXXLutz-Gruppe kaufte elf ehemalige Standorte der Möbelkette von Supernova, heuer sollen sechs davon wieder eröffnet werden.
Seit 2013 gab es bei Kika/Leiner drei Eigentümerwechsel und zwei Insolvenzen. Weil kein neuer Investor gefunden wurde, meldete die Kette Anfang Dezember 2024 Konkurs an. Rund 1.350 Beschäftigte verloren ihren Job. Laut Arbeitsmarktservice (AMS) sind 221 ehemalige Kika/Leiner-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter derzeit arbeitslos und 105 in Schulungen. 812 Ex-Mitarbeiter sind unselbstständig beschäftigt und 22 sind selbstständig beschäftigt. 102 ehemalige Beschäftigte haben eine gesicherte erwerbsferne Position und stehen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung.
Möbelmarkt schrumpft seit 2023
Das Marktausscheiden von Kika/Leiner fällt in eine seit drei Jahren konjunkturbedingt schwierige Zeit für den Möbelhandel. Die XXXLutz-Gruppe (XXXLutz, Mömax, Möbelix) und Ikea hätten “profitiert, aber nicht 1:1”, sagte RegioData-Geschäftsführer Wolfgang Richter im APA-Gespräch. Der Branchenumsatz sei in den vergangenen drei Jahren um 15 Prozent zurückgegangen, inflationsbereinigt sei das Erlösminus “wesentlich höher”. Der Marktanteil der Lutz-Gruppe belief sich laut RegioData zuletzt auf über 36 Prozent, gefolgt von Ikea mit 20 Prozent. 2023 hatte Lutz einen Marktanteil von 34 Prozent, Ikea von 19 Prozent und Kika/Leiner von 13 Prozent.
Wie viel Mehrumsatz XXXLutz, Mömax und Möbelix im Vorjahr aufgrund des Kika/Leiner-Endes gemacht haben, ist laut Konzernsprecher Thomas Saliger “schwer zu sagen”. Insgesamt sei “der Möbelmarkt ähnlich dem Immobilienmarkt noch immer sehr schwierig”, sagt Saliger auf APA-Anfrage. Zudem habe Kika/Leiner schon mehrere Jahre bis zum Konkurs “viel Umsatz an die Lutz-Gruppe verloren”. Man habe aber schon vom Ende der Möbelkette profitiert, weil man “den Bedarf an Hochwertmarken und hochwertigen Möbeln (Planungsware und Einbauküchen) im Gegensatz zu den anderen verbliebenen Mitnahmemöbelgeschäften abschöpfen” könne. Nun freue man sich auf die sechs neuen Einrichtungshäuser.
Sechs ehemalige Standorte werden zu XXXLutz, Möbelix oder Mömax
Die von der Investment-Gesellschaft SAR Leasing der XXXLutz-Gruppe übernommenen Filialen standen seit Mitte 2023 leer. Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) ermittelte, gab dann im März 2025 aber grünes Licht für den Deal. Der Umbau und die Wiederöffnung von sechs ehemaligen Möbelhäusern ist für das laufende Jahr geplant, die restlichen fünf Standorte bleiben weiterhin ein “reines Immobilieninvestment der SAR”. Die Pläne der Möbelkette sehen laut Konzernsprecher Saliger folgendermaßen aus: Der Ex-Kika Unterwart wird im Februar 2026 als Möbelix wieder eröffnet, dafür wird der Möbelix Oberwart geschlossen. Aus dem ehemaligen Kika Wörgl wird im März 2026 ein XXXLutz, Kika Mistelbach wird ein XXXLutz (Mai 2026) und Kika Lienz wird zu XXXLutz (Sommer 2026). Aus den ehemaligen Leiner-Standorten Amstetten und Vöcklabruck wird im Herbst ein Mömax.