“Klanglicht im Park” – Und Niavarani sprach: Es werde Licht

Auch wenn die milde Witterung anderes vermuten lässt – im Wiener Schwarzenbergpark bricht nun allabendlich vorweihnachtliche Stimmung aus. Das Grazer Klanglicht-Festival, seit 2015 eine fixe Größe in der steirischen Landeshauptstadt, wagt erstmals den Sprung aus der etablierten Komfortzone gen Norden. Parallel zur Eröffnung in der Heimatstadt am 23. Oktober verwandelt sich der Schwarzenbergpark nahe dem Belvedere zum Licht- und Klanggarten und holt den Mond auf die Erde.
Auf das sommerliche Theater im Park von Georg Hoanzl und Michael Niavarani folgt nun also herbstliches Lichtspektakel, bei dem Besucherinnen und Besucher auf einem speziellen Pfad durch die historische Grünanlage wandeln, deren Bäume durch dramatische Lichtinszenierungen teils zu Kunstobjekten werden. Er habe nach Ideen für eine Winterbespielung des Open-Air-Areals bis nach Australien recherchiert, erinnerte sich Hoanzl am Montagabend bei der Präsentation des Wiener Klanglichts. Aber manchmal liege das Naheliegendste einfach nahe. Und so sei er auf das Grazer Klanglicht gekommen.
Projektionen und Installationen
Wie dort kuratiert auch in Wien Birgit Lill-Schnabl das kulturelle Lichterfest, das mit 16 Kunstwerken nun weite Teile des Schwarzenbergparks zugänglich macht, die ansonsten der breiten Öffentlichkeit verborgen bleiben. So hat etwa Javier Riera auf den Tennisplätzen im einstigen Wasserreservoir eine Lichtprojektion installiert, die mit Assoziationen wie Wellen und Brandung spielt. Das deutsche Duo Hartung & Trenz hingegen schafft am anderen Ende des Landschaftsparks eine Lichtinstallation, die optisch weit in den Raum der untersten Terrasse führt, die allerdings nur von der darüberliegenden Balustrade betrachtet werden kann.
Der Brite Luke Jerram bringt mit “Museum of the Moon” den Mond ganz nah an die Besucher, dessen Krater und Klüfte in ungewohnter Detailfülle auf einer maßstabsgetreuen Replik vor dem staunenden Auge des Betrachters erscheinen. Und der Japaner Yasushiro Chida hat einen großen Aluminiumkubus mit Tausenden kleiner Löcher versehen, durch die das Licht magisch in den Raum fällt und mit Minispotlights ein wenig an die Arbeiten seiner jüngst verstorbenen Landsfrau Yayoi Kusama erinnern.
Drahttiere und Punsch
Andere Arbeiten setzen auf konkretere Lichtobjekte, Filminstallationen oder Wände, die mittels Projektionen belebt werden. Nicht alles hält dabei das Niveau, vor allem die unter dem Titel “Domestic and Wild” im Park versammelten Tiere aus Drahtgeflecht der slowenischen Architektin Katja Paternoster, die mehr an gängige Vorgartendekoration aus dem Baumarktsortiment erinnern. Und doch hat “Klanglicht im Park” nun bis 10. Jänner das Potenzial, nach Einbruch der Dunkelheit über die düstere Jahreszeit hinweg zu helfen – wie auch der Punsch, der am Rande des Rundgangs ausgeschenkt wird. Der Vorverkauf läuft.
(S E R V I C E – )