Mehrere Tote bei russischem Angriff auf ukrainisches Dnipro
Russland hat in der Nacht auf Dienstag die südukrainischen Industriestädte Dnipro, Krywyj Rih und Pawlohrad mit ballistischen Raketen angegriffen. In Dnipro seien mindestens vier Menschen getötet und weitere sechs verletzt worden, teilte der Gouverneur des Gebietes Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, auf Telegram mit. Unter den Trümmern eines getroffenen Industriebetriebs würden noch Verschüttete vermutet.
Moskau bestätigt Angriffe auf Metall- und Chemieindustrie
Das russische Militär in Moskau sprach von einem Angriff auf Anlagen der Metall-, Chemie-, Energie- und Rüstungsindustrie in der Ukraine. Neben Raketen seien Marschflugkörper und Kampfdrohnen eingesetzt worden.
In der ukrainischen Hauptstadt Kiew herrschte nachts mehrfach Luftalarm. Durch Drohnenangriffe seien drei Menschen verletzt worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko mit. In einem Logistikbetrieb habe es gebrannt, ein fünfstöckiges Wohnhaus sei beschädigt worden.
Angriff auf russische Raffinerie in Samara
Ihrerseits griffen die ukrainischen Streitkräfte mit Drohnen die Raffinerie der russischen Stadt Samara an der Wolga an. In der Anlage entstand ein Brand, wie russische und ukrainische Telegramkanäle berichteten. Gouverneur Wjatscheslaw Fedorischtschew schrieb auf Telegram von einem Drohnenangriff auf Industriebetriebe, der abgewehrt worden sei. Ein Mensch sei getötet worden. Es gebe Schäden an zivilen Objekten.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte in sozialen Medien Angriffe im russischen Hinterland. Er sprach in der Folge von Schäden an einer Ölraffinerie in der Region Samara und einer in der russischen Teilrepublik Baschkortostan sowie nicht näher beschriebenen Treffern im Schwarzen Meer. Die Ukraine bringe den Krieg dorthin zurück, wo er hergekommen sei, schrieb Selenskyj.
Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums verarbeitet die Raffinerie in Samara jährlich sieben Millionen Tonnen Erdöl für Benzin und Diesel. Da damit auch der Bedarf der russischen Armee gedeckt werde, schließe das Selbstverteidigungsrecht der Ukraine auch eine Schädigung der Produktionsanlagen ein.