Land OÖ und Stadt verpflichten sich zu Flügen via Linz

05.06.2026 • 12:22 Uhr
Land OÖ und Stadt verpflichten sich zu Flügen via Linz

Land Oberösterreich, Stadt Linz, Wirtschaftskammer (WKOÖ) und Industriellenvereinigung (IVOÖ) haben ein “OÖ. Flughafen-Manifest” unterzeichnet, um die schwächelnde Verbindung Linz-Frankfurt zu pushen. Land und Stadt verpflichten sich darin, Dienstflüge möglichst via Linz durchzuführen. Zudem will man mithilfe von WKOÖ und IVOÖ erreichen, dass “Betriebe die Nutzung der Linz-Frankfurt-Verbindung systematisch in ihre internen Mobilitäts- und Reiserichtlinien integrieren”.

Künftig seien “Dienstreisen, die Flüge erfordern, nach Möglichkeit über den Flughafen Linz durchzuführen”, heißt es wörtlich in dem Manifest, über das am Freitag in einer Presseaussendung informiert wurde. Und: “Internationale Geschäftsreisen und Umsteigeverbindungen werden nach Möglichkeit über den Flughafen Linz abgewickelt.” WKOÖ und IV OÖ sollen gezielt bei Mitgliedsbetrieben für die Nutzung der Verbindung Linz-Frankfurt werben. Zudem enthält das Papier u.a. ein Bekenntnis zu “gemeinsamen Standort- und Kommunikationsmaßnahmen”, um die Bedeutung der Strecke als Standortvorteil und für den Tourismus sichtbar zu machen, sowie ein regelmäßiges Monitoring der Auslastung.

Strecke wird mit öffentlichem Geld gestützt

Im Oktober war die Frankfurt-Verbindung von den Austrian Airlines (AUA) mangels Auslastung eingestellt worden. Nun bedient die dänische Fluggesellschaft DAT die Verbindung mithilfe von öffentlichem Geld – vorerst für die kommenden vier Jahre. Das Land leistet eine Anschubfinanzierung von maximal 9 Mio. Euro pro Jahr, also in Summe 36 Mio. Euro, im Rahmen einer sogenannten Public Service Obligation (PSO). Auch für den Airport selbst mussten die Eigentümer Land und Stadt im Vorjahr einen Gesellschafterzuschuss von 8 Mio. Euro lockermachen. Laut einem Prüfbericht des Landesrechnungshofs (LRH) wird der Flughafen bis 2035 zwischen 27,6 und 45 Mio. Euro zusätzlich benötigen. Die Anschubfinanzierung für die Frankfurt-Verbindung und Kosten zur Beseitigung zurückliegender Umweltschäden sind da noch nicht eingerechnet.

“Ziel dieses Schulterschlusses ist es, innerhalb der kommenden vier Jahre eine derart stabile Nachfrage und Auslastung zu erreichen, dass diese Verbindung dauerhaft eigenwirtschaftlich betrieben werden kann und künftig keine weiteren Zuschüsse des Landes Oberösterreich erforderlich sind”, erklärten Landeshauptmann Thomas Stelzer, Wirtschafts- und Tourismus-Landesrat Markus Achleitner (beide ÖVP), Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ), WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer und IVOÖ-Präsident Thomas Bründl in einer Presseaussendung zu dem nun verabschiedeten Manifest. Sie verweisen auf eine Studie des Volkswirtschafters Teodoro Cocca von der Linzer Johannes Kepler Universität im Auftrag des Landes, wonach die volkswirtschaftliche Wertschöpfung des Flughafens bei 128,5 Mio. Euro jährlich liege.