LASK kann Sturm Graz mit Sieg im Hit weit hinter sich lassen
Fußball-Meister LASK steht am Sonntag (17.00 Uhr) die erste echte Kraftprobe der jungen Bundesliga-Saison ins Haus. Bei Vize Sturm Graz kommt es zum Hit der sechsten Runde, die Linzer verteidigen dabei ihre blütenweiße Weste und könnten sich mit einem Sieg zehn Punkte von den Steirern absetzen. Die WSG Tirol und Hartberg peilen jeweils den vierten Pflichtspielsieg en suite an, Schlusslicht Austria Wien will zu Hause gegen Austria Lustenau seine Unserie beenden (beide 14.30).
Sturm – LASK: Schwarz gegen Schwarz-Weiß
Nach den Spielen respektive Siegen gegen den GAK, Austria Wien, SV Ried, WAC und Altach bekommt es die Truppe von Trainer Dietmar Kühbauer erstmals mit einem Team der aktuell oberen Tabellenhälfte zu tun. “Gegen Sturm erwartet uns ein echtes Spitzenspiel. Sie werden alles daransetzen, uns zu schlagen”, betonte Kühbauer. Am Dienstag mussten die Linzer mit dem 0:1 beim Champions-League-Auftakt bei AEK Athen die erst zweite Pflichtspielniederlage 2026/27 hinnehmen, national hat man bisher nur Siege geholt.
Um aus Clubsicht Historisches zu leisten, reicht dem LASK in Graz sogar ein Remis. Denn saisonübergreifend sind Sascha Horvath und Co. bereits 13 Spiele ungeschlagen (11 Siege, 2 Remis) – so lange wie zuvor nur von März bis Mai 1980 bzw. Oktober 2018 bis März 2019. Ein weiteres Match ohne “Nuller” wäre für den LASK ein Novum. “Wir wollen alles dafür tun, dass unsere Serie hält”, versprach Kühbauer.
Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, zumindest wenn es nach den bisherigen Auftritten der Grazer geht. Sturm holte acht Punkte aus den ersten fünf Partien. Bei Rapid setzte es nach einer fehlerbehafteten Vorstellung zuletzt eine 1:3-Niederlage. Trainer Fabio Ingolitsch freute sich dennoch auf ein “Highlight” und versprach, “sehr frech in das Spiel” zu gehen. “Es ist eine Riesenchance, um uns in eine coole Richtung zu lenken.” Die kommenden Hürden sind freilich denkbar hoch. Nach dem LASK folgt der Europa-League-Auftakt gegen Rennes (Donnerstag), am Sonntag kommende Woche gastiert man in Salzburg. Mittelfeldmotor Otar Kiteishvili gab zuletzt nach eineinhalbmonatiger Verletzungspause beim 4:1 im Cup bei Zweitligist Voitsberg sein Comeback, ein Startelfeinsatz komme für den Georgier noch zu früh, meinte Ingolitsch. Er ist aber überzeugt: “Unsere Hochphase wird noch kommen.”
WSG – Hartberg: Zwei Teams in Form
In einer solchen befinden sich die WSG und Hartberg. Beide Teams haben nach mäßigen Ergebnissen zum Saisonstart zuletzt drei Pflichtspielsiege in Folge gefeiert und starteten in der oberen Tabellenhälfte in Runde sechs. Die WSG (7) hat einen Zähler mehr auf dem Konto als die Hartberger (6), bei denen der von Rapid ausgeliehene Offensivmann Andrija Radulovic sein Debüt geben könnte. Gewinnen die Wattener, würden sie mit zehn Punkten nach sechs Runden eine neue Club-Bestmarke erreichen.
Beim Kader wurde in den vergangenen Wochen deutlich nachgebessert, kurz vor Transferschluss vor einer Woche etwa mit Rückkehrer Moritz Wels. “Es war wieder ein Schritt nach vorne, das heißt aber nicht, dass automatisch die Leistungen nach oben gehen”, sagte Trainer Philipp Semlic über die Transferaktivitäten des Clubs. Seine Warnung: “Die meisten Vereine stolpern über die Erwartungshaltung und das Management davon.” Die WSG hätte immer noch das kleinste Budget der Liga und keine eigene Heimstätte. “Das ist ein brutaler Knochenjob.”
Der nächste solche steht gegen Hartberg bevor, auch wenn Semlic eine Partie auf “technisch gutem Niveau für österreichische Bundesliga-Verhältnisse” vorhersagte. Hartberg-Trainer Markus Schopp sprach von einem “spannenden und richtungsweisenden Spiel”. Der Respekt vor dem Gegner ist groß: “Aufgrund des Kaders, den die Tiroler heuer haben, ist das für mich eine Mannschaft, die den Anspruch haben wird, um die Top 6 zu spielen.”
Austria Wien – Lustenau: Violett hofft auf Befreiungsschlag
Die Wiener Austria will den Bock gegen Lustenau umstoßen. Vier Niederlagen stehen nach fünf Bundesliga-Runden zu Buche, in denen nur drei Tore gelangen. Daheim hat das Team von Trainer Stephan Helm in zwei Partien gegen den LASK (0:2) und die WSG Tirol (0:1) noch nicht angeschrieben. “Wir haben in der Meisterschaft zu wenige Punkte gemacht”, sagte Helm mit Verweis auf bessere Leistungen in Cup und Europacup. “Natürlich wollen wir den Ist-Stand klar verbessern, sodass wir auch richtig in die Saison reinstarten können.”
Hoffnung macht dem Austria-Coach nicht nur die erste volle Trainingswoche seit Juli, sondern auch die Verpflichtung von Valentino Müller. Der Mittelfeldmann, laut Helm in einem “sehr guten körperlichen Zustand” zum Team gestoßen, könnte beim Debüt schon in der Startformation stehen. “Er ist eine richtige Leaderpersönlichkeit”, meinte Helm. “Er ist einer, der Strahlkraft hat auf andere Spieler – speziell auf solche, die noch eine Entwicklung vor sich haben.” Diese Weiterentwicklung ist wichtig. Seit seinem Amtsantritt vor zwei Jahren seien die Transfererlöse des Clubs auf in diesem Sommer mehr als 7 Mio. Euro nach oben gegangen, betonte Helm. In zumindest dieser Sphäre werde man sich auch nächstes Jahr positionieren. Sorgen macht sich der Burgenländer wegen der bisher ausgebliebenen Ergebnisse daher nicht. “Es gibt immer unterschiedliche Etappenziele, die wir erreichen müssen.”
Lustenau könnte aber eine schwierig zu knackende Nuss sein. Der Aufsteiger hat in den ersten fünf Runden fünf Punkte geholt, darunter ein überzeugendes 1:1 bei Sturm. Die Vorarlberger haben saisonübergreifend zwar nur eine ihrer jüngsten 18 Auswärtspartien im Oberhaus gewonnen, in den vergangenen acht aber siebenmal Remis gespielt. “Wir erwarten einen hochaggressiven Gegner”, warnte Lustenaus Trainer Markus Mader. “Die Wiener Austria ziert das Tabellenende, das ist sicher nicht ihr Anspruch. Sie müssen dieses Heimspiel gewinnen, sonst raucht es im Club.”