Mann nach Monaten am Airport Neapel mit Familie in Kontakt
Monatelang hatte er sich ohne Geld, ohne Ausweispapiere und offenbar ohne Erinnerung an sein früheres Leben am Flughafen Neapel-Capodichino aufgehalten. Dank des Einsatzes der Gemeinde Neapel und der Hilfe von Sozialdiensten konnte der 25-jährige Schwede Daniel wieder Kontakt zu seiner Familie aufnehmen, teilte die Stadt Neapel mit. Seine Eltern, die seit August nichts mehr von ihrem Sohn gehört hatten, seien benachrichtigt worden, dass sich der Mann in Neapel aufhalte.
Ermöglicht wurde die Kontaktaufnahme durch die Zusammenarbeit der Sozialarbeiter des kommunalen Erstaufnahmezentrums mit der schwedischen Botschaft. Daniel habe mittlerweile die Unterstützung der Stadtverwaltung angenommen und sei in eine Betreuungseinrichtung verlegt worden. Dort stehen ihm vorübergehend eine Unterkunft und die notwendige Betreuung zur Verfügung.
Gemeinde Neapel will Heimreise organisieren
Nach Angaben der Stadtverwaltung hat Daniel zudem den Wunsch geäußert, nach Schweden zurückzukehren. Die Kommune Neapel will deshalb gemeinsam mit dem schwedischen Konsulat und der Botschaft die Organisation seiner Heimreise organisieren und ihn bei der Rückkehr in sein Heimatland unterstützen.
Daniels Fall hatte italienweit großes Interesse ausgelöst. In den sozialen Netzwerken hatte sich die schwedische Gemeinschaft in Italien für ihn interessiert. Seine Geschichte erinnert an den Hollywoodfilm “The Terminal” mit Tom Hanks. Darin strandet der Reisende Viktor Navorski in einem Flughafen, weil er plötzlich keine gültigen Einreisepapiere mehr besitzt. Im Fall von Daniel geht es allerdings um weit mehr als fehlende Dokumente. Der Mann soll sich nach eigenen Angaben nicht einmal an seinen vollständigen Namen oder seine Vergangenheit erinnern können.
Italienischen Medien zufolge berichtete er, in Rom von mehreren Männern brutal zusammengeschlagen und ausgeraubt worden zu sein. Dabei seien ihm sowohl seine Ausweispapiere als auch sein Geld abhandengekommen. Wie er anschließend nach Neapel gelangte, könne er nicht erklären. Während die Hintergründe ungeklärt bleiben, hatte der Unbekannte am Flughafen Unterstützung gefunden. Mitarbeiter und Angestellte der Geschäfte versorgten ihn mit Mahlzeiten und Kleidung. Mit der Zeit entwickelte sich ein Netzwerk der Hilfsbereitschaft, das schließlich auch das schwedische Konsulat einschaltete.
Flughafen Neapel geschlossen
Der Fall hatte auch deswegen Aufmerksamkeit geweckt, weil Daniels bisheriger Zufluchtsort wegzubrechen drohte. Der Flughafen Neapel Capodichino hat wegen umfangreicher Arbeiten an der Start- und Landebahn vorübergehend den Betrieb eingestellt. Damit fallen jene Orte weg, an denen sich der Mann bisher tagsüber aufhalten und nachts notdürftig einen Schlafplatz suchen konnte.
Der schwedische Honorarkonsul Pierluigi Petrone begrüßte die Entwicklung. Er zeigte sich besonders erfreut über den Ausgang des Falls, “der durch die Zusammenarbeit der Institutionen und das Engagement zahlreicher Helfer ermöglicht wurde”. Gemeinsam mit der schwedischen Botschaft in Rom wolle man sich weiterhin dafür einsetzen, dass Daniel bald wieder zu seinen Angehörigen zurückkehren könne.