Medien berichten von Spieler-Trainer-Zwist bei Uruguay

Kurz vor dem entscheidenden Gruppenspiel gegen Spanien berichten Medien über einen Streit bei Fußball-WM-Teilnehmer Uruguay zwischen dem Team und Trainer Marcelo Bielsa. Laut der kolumbianischen Tageszeitung “El Espectador” und dem US-Network ESPN baten Führungsspieler wie Federico Valverde, Rodrigo Bentancur und Manuel Ugarte den 70-jährigen Coach vor der Partie in Guadalajara (2.00 Uhr/live ORF 1) um ein Gespräch und beklagten ein zu hartes Training und erschöpfte Spieler.
Auch eine zu riskante Spielweise wurde moniert. Zu den Forderungen der Spieler gehörte den Berichten zufolge auch, gegen die Spanier auf eine deutlich kompaktere und sicherheitsorientiertere Taktik zu setzen. Bielsa soll demnach sehr verärgert auf den Vorstoß seiner Kicker reagiert haben und seinerseits eine lange Rede vor der gesamten Mannschaft gehalten haben. Darin soll er einigen Profis vorgehalten haben, ihn bereits zum zweiten Mal in seiner 2023 begonnenen Amtszeit stürzen zu wollen.
“Toxische Atmosphäre”? Erster Konflikt schon 2024
Zum ersten großen Konflikt war es 2024 nach dem Halbfinal-Aus bei der Copa America gekommen. Damals trat Stürmerstar Luis Suarez aus der Nationalmannschaft zurück und warf Bielsa vor, eine “toxische Atmosphäre” innerhalb des Teams und des Betreuerstabs geschaffen zu haben. Valverde bestätigte solche Vorwürfe in abgeschwächter Form schon damals. Der argentinische Trainer hat unter Kollegen viele “Verehrer”, darunter Pep Guardiola. Der Vorwurf, seine Mannschaften zu erschöpfen und zu überfordern, begleitet ihn aber ebenfalls schon lange. Der Präsident seines Ex-Clubs Olympique Marseille nannte Bielsas Spielweise einmal “kollektiven Selbstmord”.
Uruguay gehört bisher zu den großen Enttäuschungen dieser Fußball-WM. Gegen Saudi-Arabien (1:1) und Kap Verde (2:2) blieb der Weltmeister von 1930 und 1950 sieglos. Gegen Titelkandidat Spanien müssen die Südamerikaner gewinnen, um sicher in der K.o.-Runde dabei zu sein.