Mehr Journalistenmorde ohne strafrechtliche Konsequenzen

02.11.2026 • 12:09 Uhr

Erstmals seit Jahren ist die ohnehin beträchtliche Quote der ohne strafrechtliche Folgen gebliebenen Morde an Journalisten nach UNO-Angaben wieder gestiegen. Sie sei um einen Prozentpunkt gestiegen und liege nun bei 86 Prozent, hieß es in einem am Montag veröffentlichten und alle zwei Jahre erscheinenden Bericht der UNO-Bildungs- und -kulturorganisation UNESCO. Demnach wurden in absoluten Zahlen in den Jahren 2024 und 2025 insgesamt 189 im Medienbereich Tätige umgebracht.

Der Bericht bezieht sich auf Tötungsdelikte, bei denen die Ermittlungen ohne Ergebnis blieben oder noch andauern. Seit 2012 war die Rate zunächst von einem Höchstwert von 95 Prozent auf 85 Prozent im Jahr 2024 gesunken. Vor allem in Kriegsgebieten seien die Ermittlungen und die strafrechtliche Verfolgung derartiger Tötungen “unzureichend”, erklärte Mariya Gabriel von der UNESCO.

Seit Beginn der Datenerfassung 2006 wurden laut UNESCO weltweit 1.641 Journalisten umgebracht. Das entspricht im Schnitt einem Tötungsdelikt alle vier Tage. Die Zahlen weichen in Teilen von denen anderer Organisationen wie Reporter ohne Grenzen ab. Die UNESCO begründet dies mit den Umständen der Todesfälle, die sich in Konflikten “mitunter nur schwer beurteilen lassen”.